Viele Zuschauer, gute Kritiken

"Giacobbo/Müller" - Premiere der Satiresendung gelungen.

Das Comeback von Viktor Giacobbo beim Schweizer Fernsehen ist auf sehr grosses Interesse gestossen. Die Premiere der neuen Satire-Sendung "Giacobbo/Müller -- Late Service Public" wollten 619'000 Zuchauer (41.3 Prozent Marktanteil) nicht verpassen. Auch inhaltlich knüpfte das Format erfolgreich an "Viktors Spätprogramm" an. Entwicklungspotenzial ist aber sicher noch vorhanden.

"Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht: In seiner ersten eigenen Sendung seit fünf Jahren glänzte Viktor Giacobbo als politisch unkorrekter Satiriker wie in den guten alten Zeiten des 'Spätprogramms'." So euphorisch wie bei der "Berner Zeitung" lesen sich zwar nicht alle Kritiken zur Premiere von "Giacobbo/Müller -- Late Service Public", aber von einem gelungenen Auftakt darf man wohl sprechen.

Die Rollenveteilung beim Duo Giacobbo/Müller erinnert die "NZZ" an Harald Schmidt und seinen ehemaligen Sidekick Manuel Andrack. Giacobbo bleibe die führende Figur. "Die neue Show 'Giacobbo/Müller' ertrüge mehr Pfiff, doch darf man Giacobbos Rückkehr als Gewinn für den SF-Bildschirm bezeichnen", zieht die "NZZ" ein erstes Fazit.

Müller verschwand im zweiten Teil

Die "Neue Luzerner Zeitung" spricht von einem "harzigen Comeback" und findet, dass das neue Format nicht so richtig habe überzeugen können. "Der satirische Wochenrückblick bot zwar ein paar gute Pointen, spielte aber in der gesamten Sendung eine kleine Rolle." Dass Müller im zweiten Teil der Sendung etwas in der Versenkung verschwand, fiel nicht nur der NLZ auf.

Für die "Mittelland Zeitung" dauerte die Sendung 20 Minuten zu lang. Im ersten Teil von "Giacobbo/Müller" hätten sich die Moderatoren in Hochform befunden, "die Seitenhiebe waren stets präzise und es mangelte ihnen nicht an verbaler Schärfe". Doch die "dröge Gesprächsrunde" vermochte weniger zu überzeugen. "Wenn die Gäste nichts taugen, kann auch der beste Late-Night-Moderator die Show nicht retten." Zudem bemängelt die MZ, dass Giacobbo seinen Co-Moderator Müller beinahe zum stummen "Protokollführer" degradiert habe.

Als Highlight entpuppte sich Parodist Fabian Unteregger, der in einem Beitrag Christoph Mörgeli spielte. "Grosse Klasse", meint die "Berner Zeitung" und die "NZZ" spricht von einer treffenden Imitation.