Vier Hochschulen lancieren Wissenschaftsmagazin für Europa

"Technologist" - Die Redaktion befindet sich in Genf, die ETH Lausanne (EPFL) ist beteiligt.

Vier europäische technische Hochschulen - darunter die ETH Lausanne (EPFL) - haben ein neues Publikumsmagazin für Wissenschaft lanciert. Die Redaktion befindet sich in Genf. Das Magazin wurde am Dienstag an der Wissenschaftskonferenz EuroScience Open Forum (ESOF) in Kopenhagen vorgestellt.

"Technologist" wird vierteljährlich in drei Sprachen und mit einer Auflage von 45'000 Exemplaren erscheinen. Die Zeitschrift wird auf Deutsch, Englisch und Französisch in 20 Ländern erhältlich sein – auch in der Schweiz, hiess es in einer Mitteilung.

"Technologist" ist nach Angaben der Herausgeber "resolut europäisch ausgerichtet": Die Europäer wüssten mehr oder weniger über die Forschung im eigenen Land sowie im englischsprachigen Raum Bescheid, sagte Chefredaktor Daniel Saraga in der Mitteilung. "Sie haben häufig jedoch keine Ahnung, was in den Nachbarländern passiert." Ziel sei eine ausgewogenere Berichterstattung.

Die EPFL, die Technische Universität München, die dänische Tekniske Universitet und die Technische Universiteit Eindhoven haben ein Konsortium gegründet, das das Magazin finanziert. Ihr Ziel ist es, "dass europäische Wissenschaft auch in den Medien präsent ist und Bürgerinnen und Bürger über wissenschaftliche Errungenschaften in ganz Europa informiert sind."

Institutionelle Finanzierung
Für den Inhalt des Magazins ist die Genfer Presseagentur LargeNetwork verantwortlich, die mit wissenschaftlichen Fachjournalisten zusammenarbeitet. Die Website wird von einem Wissenschaftsverlag in Kopenhagen verwaltet.

Die Themen des Hefts bestimme die Redaktion, erklärte Saraga auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Man diskutiere Themen mit den Hochschulen oder werde von diesen auf Forschungsarbeiten hingewiesen. Die Aufbereitung liege jedoch bei der Redaktion.

Saraga gibt sich überzeugt, dass "eine objektive und hochinteressante Berichterstattung trotz institutioneller Finanzierung möglich ist". Vorbild dafür sei die Zeitschrift "MIT Technology Review" des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Inhaltlich werde das Magazin auf Forschung und Innovation ausgerichtet sein, wobei auch die Geisteswissenschaften einen Platz hätten - etwa um mögliche gesellschaftliche Auswirkungen von neuen Technologien zu analysieren. Einen starken Fokus legt das Magazin auf Grafiken, um so komplexe Themen leichter zugänglich zu machen, wie Saraga sagte. (sda)