Vier Preise für herausragenden Lokaljournalismus

Berner Medienpreis - Die Berner Stiftung für Radio und Fernsehen verleiht zum 32. Mal ihre Medienpreise. Ausgezeichnet wurden zwei SRG-Produktionen und zwei Projekte verlagsunabhängiger Medien.

Die Preise für Audio- und Video-Beiträge gehen an qualitativ hervorragende Produktionen, die Inhalte oder Themen aus den Kantonen Bern, Freiburg oder Wallis betreffen, schreibt die Berner Stiftung für Radio und Fernsehen. Der Prix Passerelle zeichnet eine Sendung oder einen Beitrag aus, der zum besseren Verständnis zwischen der Deutschschweiz und der Romandie beiträgt.

Die klingende Biografie einer Band

Den Audio-Preis erhalten This Wachter und Simon Meyer für ihre sechsteilige Podcast-Serie «8424 – Züri West», die sie Ende 2023 ohne Redaktion und Medienhaus im Rücken veröffentlicht hatten. Im Mittelpunkt dieser klingenden Biografie stehen mit Kuno Lauener und Küse Fehlmann die beiden bis heute aktiven Gründungsmitglieder. Ergänzt durch Interviews mit ehemaligen Bandmitgliedern und den Managerinnen und Managern. Die Erzählung wird mit Songs, Konzertaufnahmen und unveröffentlichtem Archivmaterial angereichert.

Der Video-Preis geht an Christof Schneider für seine Recherche zur Berner Spesenaffäre für die Sendung «Kassensturz» im Schweizer Fernsehen SRF. Der Fernsehjournalist brachte ans Licht, dass Berner Regierungsräte selbst kleinste Beträge als Spesen abrechneten. Die Enthüllung sorgte für internationales Medienecho, führte zu weiteren Recherchen und zwang die Kantonsregierung letztlich zur Anpassung ihres Spesenreglements.

Aufwändige Recherche bei Polizeistellen

Einen Multimedia-Preis, den zweiten in der Geschichte des Berner Medienpreises, erhalten Anina Ritscher und das Team von Reflekt für ihre grossflächige und aufwändige Recherche «Kein Freund und Helfer». Zahlreiche Testpersonen versuchten im Auftrag von Reflekt schweizweit, identische strafbare Hasskommentare im Internet anzuzeigen. In mehr als der Hälfte der Fälle verweigerten die Polizeistellen die Anzeigenaufnahme mit falschen Begründungen.

Den Prix Passerelle erhielt Lucas Thorens von Radio RTS für die Sendung «Dis, pourquoi? – Quels sont les clichés sur Berne?». Während einer Woche stand der Kanton Bern mit seinen kulturellen und sprachlichen Besonderheiten im Zentrum der Sendung. Mit harten Fakten, kombiniert mit einer dem Westschweizer Radio eigenen Fabulierkunst, spürt die Sendung Klischees und Vorurteilen nach.

Insgesamt sind 46 Beiträge zur Beurteilung eingegangen, 10 davon in französischer Sprache. Die Preise sind mit je 4000 Franken dotiert. Die Preisverleihung findet am 11. Juni 2025 im SRF-Studio in Bern statt. (pd/nil)