Vier weitere Regionalausgaben ab Herbst

Tamedia - Der Verwaltungsrat der Tamedia AG hat für den Ausbau der Regionalisierung des Tages-Anzeigers grünes Licht gegeben. Ab dem 4. Quartal 2006 verlegt der Tages-Anzeiger zusätzlich zum linken Zürichseeufer am rechten Zürichseeufer, in der Stadt Zürich, im Zürcher Oberland und im Zürcher Unterland Regionalausgaben. Dabei werden 65 Stellen geschaffen. Gleichzeitig mit der Lancierung der Regionalausgaben wird der Tages-Anzeiger ein neues optisches Konzept erhalten.

Anfang November 2005 hatte Peter Hartmeier, Chefredaktor Tages-Anzeiger, im Interview mit "persönlich rot" neue Regionalausgaben seines Blattes angekündigt. Verlagsleiter Rolf Bollmann bestätigte dieses Vorhaben in einem Interview mit "persoenlich.com“ zu Jahresbeginn. Er habe aber den Segen des Verwaltungsrates noch nicht. Nun hat der Verwaltungsrat der Tamedia AG für den Ausbau der Regionalisierung des Tages-Anzeigers grünes Licht gegeben. Ich habe auf diesen Entscheid sehr gehofft", zeigte sich Hartmeier am Montag Nachmittag gegenüber "persoenlich.com" erleichtert.

Die positiven Erfahrungen mit der seit gut einem Jahr erscheinenden Regionalausgabe am linken Zürichseeufer bildeten die Basis für den Entscheid, vier weitere Regionalausgaben zu lancieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Ab dem 4. Quartal 2006 verlegt der Tages-Anzeiger zusätzlich zum linken Zürichseeufer am rechten Zürichseeufer, in der Stadt Zürich, im Zürcher Oberland und im Zürcher Unterland Regionalausgaben. "Wir stützen unseren Entscheid auf Reaktionen aus der Leserschaft und auf die Marktforschung", betont Hartmeier.

Der Tages-Anzeiger strebe damit eine Ausweitung der Reichweite im Stammgebiet des Kantons Zürich an. Die fünf Regionalausgaben werden gemäss Tamedia im bewährten Zeitungsformat (Broad Sheet) erscheinen. Hartmeier: "Aufgrund unserer Ergebnisse am linken Zürichseeufer und aufgrund der Marktforschung hätten wir die neuen Splits in Tabloid lancieren können. Wir haben uns für Broadsheet entschieden, weil wir eine Gleichberechtigung des Lokaljournalismus zu den anderen Teilen erreichen wollen."

Stellenabbau bei Verlag und Redaktion möglich

Mit dieser langfristig angelegten Strategie schafft der Tages-Anzeiger nach eigenen Angaben in den Regionen zusätzliche Stellen. Zu den 15 in Wädenswil (linkes Zürichseeufer) kämen weitere gut 65 dazu, davon rund drei Viertel in den regionalen Redaktionen und ein Viertel im Verlag.

Die Finanzierung erfolge mit zusätzlichen Mitteln im hohen einstelligen Millionenbereich und Umlagerungen und Einsparungen durch Produktivitätsfortschritte in Verlag und Redaktion. Die Tamedia will einen Stellenabbau in diesem Zusammenhang nicht ausschliessen. Verlagsleitung und Chefredaktion erarbeiten für die Umsetzung dieser Massnahmen bis im Frühherbst einen detaillierten Plan. In welchen Bereichen am ehesten Potential für Einsparungen vorhanden ist, mochte Hartmeier gegenüber "persoenlich.com" nicht angeben.

Neues Layout für Tages-Anzeiger

Gleichzeitig mit der Lancierung der Regionalausgaben wird der Tages-Anzeiger das zehn Jahre alte Layout durch ein optisches Konzept ersetzen, das der Strategie einer Komplettzeitung mit internationaler, nationaler und regionaler Ausrichtung Rechnung trägt. "Es zeigten sich Ermüdungserscheinungen. Die optischen Bedürfnisse unserer Leserschaft haben sich geändert", begründet Hartmeier seinen Entscheid. Mit dem neuen Layout sollen die Möglichkeiten der modernen Druckmaschinen im Tamedia-eigenen Druckzentrum Bubenberg ausgeschöpft werden, die einen durchgehenden Vierfarbendruck ermöglichen.