Die israelische Journalistin Anat Kam ist zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie während ihrer Wehrdienstzeit Militärdokumente an eine Zeitung weitergereicht hatte. Weitere eineinhalb Jahre Haft setzte das Bezirksgericht in Tel Aviv am Sonntag zur Bewährung aus. Dies berichtete israelische Medien. Kam hatte demnach zugegeben, geheime Unterlagen damals der linksliberalen israelischen Zeitung "Haaretz" zugespielt zu haben. Medien sprachen von etwa 2000 Dokumenten.
Der Journalist Uri Blau hatte auf der Basis der Dokumente im November 2008 einen Bericht unter dem Titel "Lizenz zum Töten" geschrieben. Darin warf er der Armee vor, entgegen einer Entscheidung des höchsten Gerichts gezielt militante Palästinenser im Westjordanland zu töten, statt sie festzunehmen. Kam war Ende 2009 festgenommen worden und befand sich seitdem unter Hausarrest. (sda)