Vor dem Ende Erfolg noch mit Party gefeiert

".ch" - Chefredaktor: Leser werden Zeitung nicht vermissen.

Am Montag gab der Verwaltungsrat der Punkt ch AG die Einstellung der Gratiszeitung ".ch" bekannt. Für die Mitarbeiter kam das Aus völlig überraschend. Anders ist auch nicht erklärbar, warum die Belegschaft letzten Donnerstag, also nur vier Tage vor dem Ende, noch den erfolgreichen Relaunch mit einem grossen Fest gefeiert hat. "Sie können sich deshalb vorstellen, wie gross die Betroffenheit bei uns ist", sagt Chefredaktor Rolf Leeb gegenüber tagesanzeiger.ch.

Leeb hat überhaupt nicht mit der Einstellung gerechnet: "Wenn die Einstellung letzten Sommer verfügt worden wäre, hätte mich das nicht erstaunt. Unsere Strategie mit der Hauszustellung war damals gescheitert." Allerdings räumt der Chefredaktor ein, dass man im letzten Herbst, als die Businesspläne für den Relaunch von ".ch" verfasst wurden, von erheblich besseren wirtschaftlichen Voraussetzungen ausgegangen sei. "Wir kamen deshalb bei den Werbeeinnahmen nie auf das Niveau, das der Verwaltungsrat budgetiert hatte."

Dass die Leser ".ch" vermissen werden, glaubt Leeb übrigens nicht: "Ich mache mir da keine allzu grosse Illusionen." Wenn eine Gratiszeitung verschwinde, sei das Empörungspotenzial der Leser klein. "Mit der Leserbindung von abonnierten Zeitungen lässt sich das nicht vergleichen."