Vorläufig keine Unterstützung für Projekt "Schulen ans Internet"

Schweizer Presse - Öffnung der Newsarchive scheitert an ungeklärten Urheberrechtsfragen.

Mit ihrer Initiative "Schulen ans Internet" verfolgt Swisscom das ehrgeizige Vorhaben, sämtlichen 5000 Schulen in der Schweiz bis ins Jahr 2006 einen Online-Zugriff ermöglichen. Beim Aufbau eines Bildungsnetzes sollen Schüler nicht nur Kenntnisse im Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln erlernen, sondern auch eine kritische Medienkompetenz entwickeln. Bereits heute sind dank der Bildungsoffensive rund 3500 Schulen ans "Swisscom-Bidlungsnetz" angeschlossen.

Im Zuge ihrer Bildungsoffensive hat sich Swisscom Ende Jahr nun an die Schweizer Verlage gewandt, um diese dazu zu bewegen, ihre Archive für die an das Bildungsnetz angeschlossenen Schulen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Gemäss Informationen, die "persoenlich.com" vorliegen, ist Swisscom mit ihrem Begehren -- zumindest vorläufig -- beim Verleger-Verband Schweizer Presse jedoch abgeblitzt. "Wir wollen abwarten bis die Revision des Urheberrechts über die Bühne gegangen ist", bestätigt Daniel Kaczynski, Geschäftsführer der Schweizer Presse.

Auch wenn man das Engagement von Swisscom begrüsse, seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch zuviele urheberrechtliche Fragen offen. Dabei gehe es einerseits um das Recht der Verlage, ob alle Inhalte übers Internet überhaupt angeboten werden dürfen. Andererseits sei strittig, wer für die Verwertung solcher Nutzungen zuständig sei, die Verlage oder die Verwertungsgesellschaften.

Stefan Nünlist, CCO der Swisscom, bleibt trotz des gegenwärtig herrschenden Unbehagens zuversichtlich: "Wir führen die Gespräche mit den Verlagen weiter. Ich hoffe, dass wir schon bald eine Übergangslösung finden können", erklärt er auf Anfrage von "persoenlich.com". Denn letztlich müssten auch die Verlage daran interessiert sein, dass die Medienkompetenz an den Schulen gefördert werde, glaubt Nünlist. "Die Schüler sollen lernen, was eine gute Quelle ist. Indem sie die Medienmarken über unser Bildungsnetz kennen lernen, gewinnen die Schüler auch Vertrauen in sie." Damit werde die Glaubwürdigkeit der Zeitungstitel gestärkt.