Radio 105 und sein Geschäftsführer Giuseppe Scaglione zweifeln an den Messungen von Radiocontrol und hat als Beleg für die falschen Zahlen ein ganzes Argumentarium zusammengestellt. Unter anderem wird kritisiert, dass ein SRG-Unternehmen Marktforschung für die Konkurrenz der Privatsender betreibt und die Zahlen mit denjenigen der MA Strategy von der Wemf nicht übereinstimmen ("persoenlich.com" berichtete).
"Diese Vorwürfe von Giuseppe Scaglione sind nicht neu", erklärt Manuel Dähler, Leiter des SRG-Forschungsdienst, gegenüber "persoenlich.com", "wir sind seit längerem mit ihm in Kontakt." Man habe wiederholt mit Scaglione über die Zuverlässigkeit der Daten diskutiert und die Messmethode mit ihren Stärken und Schwächen dargelegt.
Dähler räumt ein, dass man keine Kontrolle darüber habe, ob wirklich derjenige, der die Messuhr erhalten habe, auch der Träger sei, oder ob die Uhr weitergegeben wird. Anzeichen für Manipulationen gebe es aber nicht. Radio 105 kritisiert auch, dass die Zahl der Hörer, die den Sender über Internet empfangen, nicht erfasst sei. "Es ist richtig, dass die Internethörer zurzeit nicht erfasst werden, an einer technischen Lösung wird aber gearbeitet", so Dähler.
Zuverlässige Angaben erwarte man aus der NET-Metrix, welche durch die Internetforschung entwickelt werde. Damit könne man die Nutzung von Radio- (und anderen) Streams auf Personenbasis messen. Die Angaben von monatlichen "clients" oder "visits" seien für einen Vergleich mit den Radiocontrol-Zahlen nicht geeignet.