Bei der Suche nach einem neuen SRG-Generaldirektor misstraut Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch laut "SonntagsZeitung" seinen eigenen Kollegen. Er erwäge deshalb ein ungewöhnliches Vorgehen: Die Mehrheit der Verwaltungsräte werde erst am Tag der Wahl erfahren, wer überhaupt für den Chefjob zur Verfügung steht. Bis dahin wären die Kandidaten nur dem vierköpfigen Nominationsausschuss bekannt. Bei einer früheren Bekanntgabe steigt gemäss Münch das Risiko von Indiskretionen.
Verwaltungsrat Duri Bezzola hat dafür kein Verständnis: "Ich erwarte, dass die Akten rechtzeitig zugestellt werden", sagt er gegenüber der "SonntagsZeitung". Auch seine Kollegin Elisabeth Veya fordert einige Tage Bedenkzeit: "Wir müssen die richtigen Fragen stellen können."
Der SRG-Generaldirektor gilt als mächtigster Medienmanager der Schweiz. Am 18. Mai wählt der neunköpfige SRG-Verwaltungsrat einen Favoriten aus einer Liste mit zwei oder drei Namen. Diese Wahl muss dann von der 50-köpfigen Delegiertenversammlung gutgeheissen werden.