Der Schweizerische Presserat lädt junge Journalisten zu seinen Sitzungen ein, damit seine Stellungnahmen im Alltag der Medien mehr Beachtung finden. Zudem will das Wachorgan der Presse vermehrt den Kontakt mit den Redaktionen suchen.
Der Presserat sei wichtig, kompetent und gerecht, fand eine Studie aus dem Jahr 2008 der Zürcher Fachhochschule. Es gelinge ihm aber nicht, seine Rolle als Kompass für die Branche zu spielen. Weder die Stellungnahmen noch die ethischen Regeln, auf denen diese basierten, würden regelmässig in den Medien erwähnt.
Auf diese Erkenntnisse reagiert der Presserat mit Massnahmen: Regelmässig will er junge Journalisten an seine Sitzungen einladen, die normalerweise vor verschlossenen Türen stattfinden. Den Jungjournalisten soll der Besuch als Ausbildung dienen. Die erste dieser Sitzungen fand am 6. März in Lausanne statt.
Dass dereinst eine breitere Öffentlichkeit den Sitzungen beiwohnen kann, ist aber unwahrscheinlich. Dominique von Burg, Präsident des Presserats äussert die Befürchtung, dass die Sitzungsteilnehmer sich so nicht mehr frei äussern könnten. Es gebe wenige ausländische Gremien, die ihre Debatten dem Publikum öffneten.
Als weitere Neuerung wollen die Presserats-Mitglieder zu den Medienhäusern gehen, um dort die Funktionsweise des Rates in Erinnerung zu rufen. Dieser Austausch soll ausserdem Diskussionen anregen. Das Ziel sei eine Strukturierung der Diskussion über die ethische Pflicht, sagte von Burg dazu. (sda)