Der ehemalige Redaktor der linken Oberwalliser Zeitung "Rote Anneliese" Kurt Marti ist für den Prix Courage nominiert. Zum Kandidaten für den Preis wurde Marti, weil er "zehn Jahre lang in den zuweilen trüben Gewässern der Lokalpolitik wühlte" und dadurch Machtmissbrauch und Korruption aufdeckte, wie Beobachter.ch schreibt.
Er berichtete "über den Polizeichef, der sich an einer 13-Jährigen vergangen hatte und von oben gedeckt wurde. Über den Gemeindepräsidenten mit seinen grössenwahnsinnigen Bauprojekten, der Kritiker massiv einschüchterte. Über den Betreibungsbeamten, der Geld abzweigte und auf das Stillschweigen eines Parteifreunds in der Kantonsregierung vertrauen konnte."
Für seine Arbeit musste Marti bereits einige Male vor Gericht – laut "Beobachter" konnte ihm jedoch nichts Widerrechtliches nachgewiesen oder vorgeworfen werden. Seine Artikel seien sauber recherchiert gewesen. Nach einem Rechtsstreit wegen übler Nachrede, der 2010 bis ans Bundesgericht gelangte, verliess Marti die "Rote Anneliese".
Letztes Jahr veröffentlichte der Gomser, der nun als freier Journalist tätig ist, ein Buch mit dem Titel "Tal des Schweigens". Darin finden sich die zahlreichen neu beleuchteten Artikel aus der Zeit der "Rote Anneliese" - "als Plädoyer für eine kritische, aufmerksame Öffentlichkeit, die den staatlichen Institutionen auf die Finger schaut – nicht nur im Oberwallis", so der Beobachter. (lf/Bild: Screenshot Portrait-Video Beobachter)