SRG-Generaldirektor Armin Walpen verteidigt die geplante Erhöhung der Radio- und TV-Gebühren und warnt vor Abstrichen an den Programmen. Der Preisüberwacher kritisiert, dass die SRG-Direktion öffentlich aus seinem vertraulichen Bericht zitiert.
Walpen sagte in einem Interview mit der SonntagsZeitung, der Preisüberwacher stimme einem erhöhten Finanzbedarf der SRG von 63,5 Mio. Franken unter gewissen Bedingungen zu. Zugleich zweifelte er an der Prognose von Preisüberwacher Rudolf Strahm, wonach die SRG wegen der steigenden Zahl von Haushalten 37 Mio. Franken mehr einnehmen könnte.
Walpen verteidigte die geplante Erhöhung der SRG-Gebühren als "vernünftig und moderat". Würden die Gebühren nur um 2,4 Prozent erhöht, wie dies laut SonntagsZeitung der Preisüberwacher vorschlägt, müsse die SRG bei den Programmen Abstriche machen, Personal entlassen und auf Investitionen verzichten.
Eine Anhebung in zwei Schritten, abhängig von der tatsächlichen Zahl der gebührenzahlenden Haushalte, sei für die SRG indessen denkbar. Allenfalls sei die SRG bereit, über ihren Prognosen liegende Einnahmen auf ein Sperrkonto einzubezahlen und bei Bedarf nach Rücksprache mit dem zuständigen Departement des Bundes herauszulösen.
Preisüberwacher spricht von Regelverletzung
Preisüberwacher Rudolf Strahm kritisierte gegenüber dem SonntagsBlick dass die SRG-Direktion aus seinem Bericht zu Handen des Bundesrates zitiert hat. Es bedeute eine Regelverletzung, dass Walpen und zuvor SRG-Vizegeneraldirektor Daniel Eckmann in Interviews aus seinem vertraulichen Bericht zitiert hätten. Die Aussagen von Walpen und Eckmann seien aus dem Zusammenhang gerissene Zitate. Materiell kommentierte der Preisüberwacher seinen Bericht nicht.