"Warum Blick die Nummer 1 bleibt" -- unter diesem Titel hat sich Berhard Weissberg, seines Zeichens Chef Zeitungen im Hause Ringier, im aktuellen SonntagsBlick zu den neuen Leserzahlen geäussert. Bekanntlich hat das Gratisblatt 20 Minuten (782'000 Leser) dieses Jahr erstmals "die grösste Zeitung" der Schweiz (736'000 Leser) reichweitenmässig überflügelt. Weissbergs "Aber": Eine Gratiszeitung ist keine Kaufzeitung. Wer beide vergleiche, vergleiche Äpfel mit Birnen. Genau das aber tue die Konkurrenz der "grössten verkauften Zeitung in der Schweiz".
Was tut der Blick gemäss Weissberg? "Er recherchiert und deckt auf, er macht Reportagen und führt Interviews, er analysiert und er kommentiert". Blick bedeute aufwendigen Journalismus. Blick sei neugierig, unbequem und frech wie sonst kein Medium. Was tut gemäss dem Ringier-Mann die Gratiszeitung? "Sie schnipselt das Endlosband aus dem Ticker der Nachrichtenagenturen, platziert die Teilchen adrett in Kästchen, garniert die News mit wenigen Eigengeschichten: Fertig sind die Häppchen."
Trotz der Gratiskonkurrenz habe der Blick -- so zeige es die offizielle Leserforschung -- keine Leser verloren. Und diese seien bereit einen Franken und 80 Rappen pro Ausgabe zu zahlen. Schliesslich ermögliche "erst guter Journalismus eine gute Zeitung". Und das koste Geld. Darum könne es den Blick auch nicht gratis geben respektive bloss über Werbeeinnahmen finanziert werden, wie das eine Gratiszeitung könne. Weissberg: "Der Blick braucht auch einen Beitrag vom Leser.