Bemerkung zur Umfrage: "persoenlich.com" bat rund 20 Vertreter der Medienszene Schweiz um eine Stellungnahme. Bis Redaktionsschluss haben folgende Personen geantwortet:
Karl Lüönd, Publizist
"Nach dieser Wende gibt es mehr Fragen als Antworten. Die wichtigste: Sind Suters Taschen tief genug, um den Turnaround der BaZ zu finanzieren? Oder wird er kapitalkräftige Gefährten finden, die das Risiko mit ihm teilen? Und wer hat zu welchem Zwecke die Blocher-Story lanciert und damit die BaZ innert zwei Wochen dramatisch entwertet? Um mit Bert Brecht zu sprechen: 'Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen!' (Der gute Mensch von Sezuan)"
Roger Schawinski, Besitzer von Radio 1
"Moritz Suter hat die BAZ nach eigenen Angaben ohne professionelle Due Diligence gekauft. Das ist erstaunlich, vor allem angesichts der finanziellen Dimension des Deals. Bei der angeschlagenen Swissair war er als Chef nach 43 Tagen so frustriert, dass er den Bettel hinwarf. Und dies, obwohl er, anders als im Medienwesen, ein absoluter Airline-Profi und langjähriger Swissair-Insider war. Nun als Besitzer der BAZ und der Grossdruckerei könnte sich ein Abgang etwas komplizierter gestalten. Irgendwie erinnert mich das völlig überraschende Engagement von Moritz Suter, den ich sehr schätze, an den Einstieg der Herren Gut und Gerber bei GC, die sich so einen Jugendtraum verwirklichen wollten. Das kam dann nicht ganz gut, denn Jugendträume sollten besser Träume bleiben. Aber vielleicht irre ich mich, und der Ur-Basler Suter, der sicher auch aus lokalen Engagement heraus gehandelt hat, kriegt das irgendwie hin. Ich wünsche ihm das und auch Basel. Und wenn das geschieht, kaufe ich mir bei Gelegenheit, so blitzschnell über ein Wochenende, auch einen grossen Laden. Ich denke da an eine Airline ."
Kaspar Loeb, Seniorpartner Dynamicsgroup
"Das ist ein sehr mutiges Engagement von Moritz Suter, weil die Basler Zeitung weit davon entfernt ist ein Rendite Objekt zu sein. Als Basler, der die Eigenheiten seiner Heimatstadt kennt und schätzt, bin ich aber sehr dankbar dafür, dass die BaZ nun die Chance hat, ohne ideologische Einflüsterer eine Qualitätszeitung für die Region zu bleiben und der Nordwestschweiz den Platz in der Schweiz zu verschaffen, den sie verdient hat. Im übrigen ist es sicher ein gutes Zeichen, wenn nach dem Läckerlihuus nicht auch noch das grösste Medienhaus der Region in die Einflusssphäre des Blocher Clans kommt. In diesem Sinne wünsche ich Moritz Suter einen guten Flug und eine sanfte Punktlandung."
Hans-Peter Rohner, Verwaltungsratspräsident und CEO der Publigroupe
"Die objektiven Fakten werden durch die Transaktion nicht verändert. Ein unternehmerischer Alleingang dürfte auch für den Basler Vollblutunternehmer schwierig zu realisieren sein. Viel Glück und Erfolg, auch beim Schmieden der richtigen Allianzen!"
Norbert Neininger, Verleger Schaffhauser Nachrichten
"Das ist eine gute Nachricht: Jetzt wird die BaZ wieder für Basel aus Basel nicht nur gemacht sondern auch gesteuert. Der Berufsbasler Suter hat gute Voraussetzungen, um die wesentlichen Exponenten der Region für eine eigenständige und unabhängige BaZ zu begeistern. Moritz Suter wird sicherlich keine Einzelmaske bleiben sondern um im Basler Jargon zu bleiben bald eine potente Clique aus Politik, Kultur und Wirtschaft um sich scharen. Mit Markus Somm hat die Baz im übrigen ja auch einen ausgezeichneten Chefredaktor an der Spitze sie ist jetzt gut für die Zukunft gerüstet. Somit haben Investor Tettamanti und Berater Blocher die Grundlagen für eine gute Zukunft gelegt."