"Was sind die Faktoren, die Tageszeitungen im Wettbewerb mit anderen Medien um die Aufmerksamkeit der Publika erfolgreich machen?" Bei seiner Untersuchung, in der er deutsche und amerikanische Blätter verglich, ging Klaus Schönbach von der Universtät Amsterdam von dieser Frage aus und stiess auf unerwartete Ergebnisse, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet.
Beim deutschen Teil handelte es sich um eine Längsschnittuntersuchung, die an Ergebnisse von 1995 anknüpfte. Objekt der Analyse waren je 30 Zeitungen, die in den letzten Jahren die höchsten Auflagengewinne oder -verluste zu verzeichnen hatten. Schönbach identifizierte folgende Erfolgsfaktoren in Deutschland: "luftiges, grosszügiges Design, eine klare Seitenarchitektur und eine verlässliche Zeitungsstruktur mit möglichst klar definierten Sektionen sowie der Nutzung von Farbe, um den Leser durchs Blatt zu führen. Ausserdem sei eine stärkere inhaltliche Orientierung auf die "community", also aufs lokale Geschehen hilfreich".
In den USA hingegen bringe eine Konzentration auf Lokales und Regionales nicht unbedingt einen zusätzlichen Verkaufserfolg, da US-Zeitungen ohnehin meistens nur über lokales Geschehen berichten würden. Erfolgsversprechend für amerikanische Blätter seien folgende Punkte: "Visualisierung von Information -- also Fotos, Infografiken, Vignetten". Dies sei für die Deutschen wiederum weniger wichtig.
Zu ähnlichen Ergebnissen wie Schönbach gelangt auch die amerikanische Studie von Sooyoung Cho und Esther Thorson von der University of Missouri und Stephen Lacy von der Michigan State University. Untersuchungsobjekt war die Auflagenentwicklung von 27 Tageszeitungen, die zuvor die Fachzeitschrift "Editor and Publisher" als besonders innovative und qualitätsbewusste Blätter identifiziert hatte.