Nicht nur Roger Schawinski will angeblich sein einstiges Piratenradio zurückkaufen. Laut einem Bericht im "Sonntag", persoenlich.com hat berichtet, ist Tamedia daran, das Terrain für einen ausländischen Käufer für Radio 24 vorzubereiten: Karlheinz Kögel. Erfüllt er die gesetzlichen Auflagen, spricht rational gesehen nichts dagegen. Gegenüber persoenlich.com sagt Bakom-Direktor Martin Dumermuth: "Ein Verkauf an eine ausländische Gesellschaft ist rechtlich nicht ausgeschlossen. In jedem Fall muss aber der mit der Konzession verbundene Leistungsauftrag erfüllt werden, der einen starken Lokalbezug hat. Es ist uns ein Anliegen, dass ein allfälliger neuer Besitzer eine publizistische Sensibilität besitzt und Information nicht als Pflichtübung ansieht. Der Leistungsauftrag ist klar vorgegeben und muss auch künftig erfüllt werden". Auf der emotionalen Seite gibt es jedoch auch Bedenken, wie die Umfrage von persoenlich.com bei Zürcher Politikern zeigt:
Doris Fiala, Zürcher FDP-Nationalrätin
"Es ist noch nicht in Stein gemeisselt, dass Radio 24 ins Ausland - nach Deutschland - verkauft wird. Auch bei TeleZüri haben sich die wildesten Spekulationen am Schluss in Wind aufgelöst und es wurde ein "guter" Schweizer Käufer gefunden. Als Unternehmerin und FDP-Politikerin ist mir aber klar, dass die freie Marktwirtschaft spielen wird und spielen soll. Auf der anderen Seite hoffe ich natürlich, dass Schweizer Unternehmen möglichst in Schweizer Besitz bleiben. Gerade Radio 24 ist so stark mit Zürich verwurzelt, dass ich es mir wünsche, dass der Sender hier bleibt. Am wichtigsten ist mir aber, dass die Arbeitsplätze in unserer Stadt nicht verloren gehen."
Barbara Schmid-Federer, CVP-Nationalrätin
"Verbote lassen sich selten durchsetzen und können durch Strohmänner umgangen werden. Falls Radio 24 einem Ausländer viel mehr Wert ist als einem Schweizer, ist er offenbar oder hoffentlich auch bereit, diesem Investment Sorge zu tragen. Wahrscheinlich ist mit Deutschland auch die Reziprokität gegeben, d.h. ein Schweizer Medienhaus kann auch ein deutsches Radio erwerben. Insofern habe ich keinen Einwand gegen diesen Entscheid."
Natalie Rickli, Zürücher SVP-Nationalrätin
"Tamedia hat das unternehmerische Recht, Radio 24 ins Ausland zu verkaufen. Ich wünsche mir aber, dass der Sender in Schweizer Besitz bleibt. Interessenten hat es ja genug. Man sollte zudem nicht alles glauben, was jeweils in den Sonntagszeitungen spekuliert wird."
"Tamedia hat das unternehmerische Recht, Radio 24 ins Ausland zu verkaufen. Ich wünsche mir aber, dass der Sender in Schweizer Besitz bleibt. Interessenten hat es ja genug. Man sollte zudem nicht alles glauben, was jeweils in den Sonntagszeitungen spekuliert wird."
Daniel Jositsch, Zürcher SP-Nationalrat
"Entscheidend ist, wer ein Radio macht und nicht, wem ein Radio gehört."
"Entscheidend ist, wer ein Radio macht und nicht, wem ein Radio gehört."
Am Herzen liegt Radio 24 natürlich auch dem Gründer Roger Schawinski. Er soll mit dem Gedanken spielen, sein ehemaliger Piratensender wieder zurückzukaufen. Gegenüber persoenlich.com will er das nicht kommentieren. Dass der Sender ins Ausland verkauft werden könnte, passt ihm aber überhaupt nicht, wie seine Stellungnahme zeigt:
Roger Schawinski, Besitzer Radio 1 und Gründer-Vater von Radio 24
"Ich bin bereit, mich mit all meinen Möglichkeiten zu engagieren, damit Radio 24 nicht in falsche Hände gerät. Radio 24 ist ein wichtiger und emotionaler Teil der Mediengeschichte der Schweiz. Deshalb soll der Sender nicht leichthin ins Ausland verhökert werden. Und nachdem nun bereits TeleZüri in aargauischem Besitz ist, sollte zumindest Radio 24 auch nach einem Eigentümerwechsel Teil von Zürich sein."
"Ich bin bereit, mich mit all meinen Möglichkeiten zu engagieren, damit Radio 24 nicht in falsche Hände gerät. Radio 24 ist ein wichtiger und emotionaler Teil der Mediengeschichte der Schweiz. Deshalb soll der Sender nicht leichthin ins Ausland verhökert werden. Und nachdem nun bereits TeleZüri in aargauischem Besitz ist, sollte zumindest Radio 24 auch nach einem Eigentümerwechsel Teil von Zürich sein."
An wen Radio 24 schliesslich verkauft wird und ob überhaupt, entscheidet Tamedia bis Ende Jahr.