Mit der Geschichte "Mamour, mon amour" über die Beziehung einer Schweizerin mit einem papierlosen Senegalesen haben drei Mitarbeiter der "Berner Zeitung" den renommierten Grimme-Online-Award gewonnen. Das Webspecial wurde am Donnerstag in Köln ausgezeichnet.
Der Journalist Dominik Galliker setzte die Liebesgeschichte zusammen mit Daniel Barben und Enrique Munõz Garcia in der Form eines sogenannten Scrollytelling um. Dabei klickt oder scrollt sich der Nutzer oder die Nutzerin durch 161 Einzelfolien.
"Vor der Verleihung rechnete ich mir überhaupt keine Chancen aus", freut sich Galliker, der das Projekt "Mamour, mon amour" im Rahmen seiner Diplomarbeit fürs MAZ verfolgte.
Von der Erzählform, die keine Möglichkeit bietet, zum Ende der Geschichte zu springen, zeigte sich die Jury begeistert. Der "Zwang zur Linearität" stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschichte. Auch für das Liebespaar gehe es um das Warten und um das Ungewisse. Diese Form sei genial. "Die Geschichte zieht einen in ihren Bann." Auch Galliker meint, er sei darauf bedacht gewesen, in der multimedialen Aufbereitung die Geschichte möglichst auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Dominik Galliker kann seinen Erfolg noch gar nicht wirklich fassen: "Das Ganze ist völlig surreal. Vor kurzem hoffte ich noch, mit meiner Arbeit möglichst die Anforderungen fürs MAZ-Diplom zu erfüllen, wenig später stehe ich in Köln auf der Bühne". Auch künftig will sich Galliker als freischaffender Journalist mit multimedial erzählten Geschichten befassen. Er hofft, dass sich ihm durch den Grimme-Preis nun die ein oder andere Türe öffnen wird.
Insgesamt wählte die Jury aus 25 Angeboten acht Preisträger in vier Kategorien aus, wie das Grimme Institut auf seiner Website schreibt. "Mamour, mon amour" wurde in der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" ausgezeichnet. (nb/sda)