25.05.2023

Der Spiegel

Wechsel an der Spitze des Nachrichtenmagazins

Steffen Klusmann gibt den Posten des Chefredakteurs ab. Der langjährige Autor Dirk Kurbjuweit übernimmt ab sofort.
Der Spiegel: Wechsel an der Spitze des Nachrichtenmagazins
Chefredakteur Steffen Klusmann verlässt den Spiegel. (Bild: Keystone/DPA/Christian Charisius)

Chefredakteur Steffen Klusmann verlässt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Der 57-Jährige verlasse die Chefredaktion nach der Umsetzung weitreichender Reformen in den vergangenen Jahren «im gegenseitigen Einvernehmen», teilte das Medienhaus am Donnerstag in Hamburg mit. Zuvor hatten Business Insider und dwdl.de über einen bevorstehenden Abgang berichtet. Klusmann war seit Anfang 2019 an der Spitze des Nachrichtenmagazins. Neuer Chefredakteur ist ab sofort der Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Gerüchte um Machtkämpfe an der Spitze beim Spiegel gegeben.

Klusmann wurde in der Mitteilung unter anderem mit den Worten zitiert: «Wir haben eine ganze Menge gemeinsam erreicht. Zuletzt haben Geschäftsführung und ich in entscheidenden strategischen Fragen allerdings allzu oft keine Einigkeit erzielt – was nun mein Ausscheiden zur Folge hat.» Kurbjuweit sagte demnach: «In den vergangenen Jahren wurde eine grossartige Grundlage geschaffen, um dem Spiegel eine dauerhafte digitale Zukunft zu sichern und auch das Magazin noch besser zu machen.»

Klusmanns Start als Chefredakteur war holprig, denn er fiel in die Zeit der Aufarbeitung des wohl grössten Skandals des Magazins: die Affäre um die gefälschten Texte des bis dahin gefeierten Spiegel-Autors Claas Relotius. Die Leitung der Redaktion in dieser schwierigen Zeit brachte ihm Respekt ein.

Der 57 Jahre alte Klusmann wechselte damals vom Manager Magazin, das er seit November 2013 als Chefredakteur geleitet hatte, auf den Topjob innerhalb der Spiegel-Verlagsgruppe. Davor war der gebürtige Karlsruher einige Monate stellvertretender Chefredakteur des Stern beim Konkurrenten Gruner + Jahr gewesen. Zu seinen früheren beruflichen Stationen zählte – mit Unterbrechung – seit 1999 seine Tätigkeit bei der Financial Times Deutschland. 2004 wurde er dort Chefredakteur. 2012 wurde die Zeitung (Gruner + Jahr) eingestellt.

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur Ende 2021 zum 75-jährigen Bestehen des Magazins Der Spiegel hatte Klusmann gesagt: «Dass es einen an der Spitze des Spiegel schnell verreissen kann, sollte man einpreisen, wenn man den Job annimmt. Sonst macht man vor lauter Angst entweder gar nix oder alles falsch.» (sda/dpa/cbe)


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