Weggang von Chefredaktor Hanspeter Spörri

Der Bund - Noch kein Nachfolger ernannt.

Chefredaktor Hanspeter Spörri wird den Bund verlassen. Zwischen dem Verwaltungsrat der Bund Verlag AG und dem Chefredaktor seien in den letzten Monaten unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Zeitung entstanden, heisst es in einer Mitteilung. Ein Nachfolger für Spörri konnte das Berner Medienhaus noch nicht präsentieren. Spörri bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gefunden wird.

Spörri leitete die Redaktion seit Januar 2001. Während seiner Tätigkeit gestaltetet er eine Neukonzeption der Zeitung (2002) und setzte sich für die Verlagskooperation mit der Espace Media Groupe, der Herausgeberin der Berner Zeitung BZ (2004), ein. Diese Zusammenarbeit -- zwei Zeitungen mit je selbständigen Redaktionen unter einem Verlagsdach -- ist als "Berner Modell" bekannt geworden.

In vergangenen Jahren musste Spörri aber auch Sparrunde um Sparrunde beim Bund über sich ergehen lassen. In seiner Amtszeit wurde die Redaktion beträchtlich dezimiert. Auch die Auslagerung des Sports an die Konkurrenz BZ erduldete Spörri mit dem Verweis, damit die redaktionelle Unabhängigkeit weiterer Ressorts sichern zu können. Als Alternative wäre ihm nur die Möglichkeit geblieben "mit dem Rasenmäher durch die gesamte Redaktion zu fahren", sagte Spörri damals. Auch auf den Leserrat musste das Blatt aufgrund des Spardrucks des defizitären Blatts seit Januar verzichten.

Offenbar hat der andauernde Spardruck Spuren bei Spörri hinterlassen und nun seinen Weggang zur Konsequenz: "Die Sparmassnahmen haben den angestrebten Erfolg gebracht, waren für den Chefredaktor aber auch eine ausserordentliche Belastung", erklärt Verleger Hans Lauri gegenüber "persoenlich.com". Zur journalistischen Leitung seien auch die wirtschaftlichen Herausforderungen gekommen. "Dies hat bei Hanspeter Spörri zu einer gewissen Ermüdung geführt", so Lauri.