Weitere Kostensenkungen bei der Basler Mediengruppe geplant

- Auch die Basler Mediengruppe (BM) ist von der gegenwärtigen Rezession stark betroffen. Neben den Einbussen im Anzeigengeschäft ist das Unternehmen von unbefriedigenden Einnahmen, Margen und Auslastung im Druckbereich betroffen. CEO Beat Meyer (Bild) äussert sich im BM-Mitarbeitermagazin "Net" zur laufenden Budgetplanung. Ein Auszug aus dem Interview:

Gibt es für Sie momentan keinerlei positive Aspekte für eine wirtschaftliche Trendwende?

Diese Frage gilt es unter zwei verschiedenen Aspekten zu beantworten. Auf der einen Seite sehe ich durchaus einen Silberstreifen am Horizont, wenn ich an die erfreulichen Ergebnisse unserer Produktionsbetriebe denke. Selbst hier ist allerdings grosse Vorsicht geboten, sind doch Erträge, Margen und Auslastung innerhalb der Druckereibranche insgesamt zurzeit absolut ungenügend. Und beim Werbeaufkommen in Form von Anzeigen und Radiospots gibt es zu diesem Zeitpunkt keinerlei Anzeichen für eine spürbare Erholung.

Was bedeutet diese Einschätzung für die Basler Mediengruppe und die Branche generell?

Es bedeutet, dass sich jedes Unternehmen intensiv Gedanken darüber machen muss, in welchen Bereichen eine Kostenoptimierung möglich ist. Wir selber haben uns diese Überlegungen im Rahmen unserer grundlegenden Strukturreform schon sehr früh gemacht. Das befreit uns aber nicht von der Aufgabe, unsere Kosten nach wie vor laufend zu überprüfen und weitere Optimierungsschritte ins Auge zu fassen.

Die Entwicklung innerhalb der Schweizer Medienbranche zu beurteilen ist ein schwieriges Unterfangen. Wie sehr die einzelnen Unternehmen -- auch die grossen -- unter der gegenwärtigen Situation leiden, wird ganz offen kommuniziert. Und es ist kein Geheimnis, dass sich die Konzentrationstendenzen in derart unsicheren Zeiten eher noch verstärken. Die Basler Mediengruppe ist von dieser Entwicklung nicht betroffen, da sie in ihren Besitzverhältnissen so stark in der Region verankert ist, dass diese Frage sich gar nicht stellt.

Die BM steht schon mitten in der Budgetplanung 2003/2004. Mit welchen Konsequenzen ist dabei zu rechnen?

Vor einem Jahr noch konnten wir davon ausgehen, dass bei der damals angenommenen unveränderten Wirtschaftslage keine neuen Schritte zur weiteren Kostenoptimierung vorgenommen werden müssten. Inzwischen hat sich die Lage vor allem im Anzeigengeschäft aber noch einmal derart negativ entwickelt, dass wir im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2003/2004 um eine weitere Reduktion der Kostenblöcke nicht herumkommen.

Bedeutet das konkret den Abbau von Dienstleistungen?

Ganz sicher nicht dort, wo der Leser, Hörer oder Kunde unserer Produktionsbetriebe dies unmittelbar spüren könnte. Das wiederum bedeutet, dass wir dort ansetzen müssen, wo es um Leistungen geht, die unter dem Motto "nice to have" erbracht werden. Daneben gibt es vielleicht auch noch das eine oder andere "Fettpölsterchen", das uns unnötigerweise belastet.

Wo wird der Hebel im Detail angesetzt werden?

Tatsache ist, dass wir allein im Anzeigengeschäft der BaZ während den vergangenen achtzehn Monaten rund 20 Millionen Franken Ertragseinbusse zu verkraften hatten. Diese enorme Summe fehlt der Gruppe im Cashflow, und wenn man diese Entwicklung nun noch in Relation zum aktuellen Investitionsbedarf durch das neue Druckzentrum setzt, dann zwingt sich die Feststellung auf, dass nachhaltige Massnahmen zur Kostenreduktion ergriffen werden müssen, damit der notwendige Free Cashflow erhalten bleibt. Es gilt, das Unternehmen so auszurichten, dass mit den jetzigen Einnahmen eine gute Rendite möglich bleibt.

Der Ertragsbereich, insbesondere bei den Stellenanzeigen, lässt sich kaum beeinflussen. Wir sind daher gezwungen, dort anzusetzen, wo wir tatsächlich etwas bewirken können. Die Unternehmensleitung hat für sämtliche Betriebe klare Zielsetzungen im Hinblick auf das neue Geschäftsjahr vorgegeben.

Ergibt sich aus diesen Vorgaben auch eine Veränderung der nach dem Verkauf der Jean Frey AG neu definierten strategischen Zielsetzungen mit konsequenter Ausrichtung auf das Stammgebiet Nordwestschweiz?

Unsere strategischen Zielsetzungen sind durch die gegenwärtigen Umstände in keiner Art und Weise tangiert. Unsere Anstrengungen gehen dahin, die Basis zu verbessern und die Grundlagen dafür zu schaffen, dass unsere erklärten Anliegen im Stammgebiet auch künftig realisiert werden können.