Für «No Billag» oder dagegen? Bei Abstimmungen geben Tageszeitungen im Vorfeld an, welche Position sie vertreten. Sechs Wochen vor dem Urnengang über die Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren haben sich nur wenige Redaktionen noch nicht festgelegt, so die «AZ Nordwestschweiz» und die «Neue Zürcher Zeitung».
Anders dagegen der «Tages-Anzeiger», «Bund», «Berner Zeitung» und «NZZ am Sonntag»: Sie sind gegen die Initiative (persoenlich.com berichtete).
Ebenfalls festgelegt haben sich mittlerweile die Tageszeitungen in der Ost- und Zentralschweiz. Die «Südostschweiz» trete «klar für die Nein-Parole ein», schreibt Chefredaktorin
Martina Fehr
auf Anfrage von persoenlich.com.
Und auch Pascal Hollenstein, der übergeordnete Redaktor von «St. Galler Tagblatt» und «Luzerner Zeitung», erachtet «No Billag» als zu radikal. «Eine komplette Abschaffung der öffentlichen Finanzierung geht zu weit. Wir lehnen die Initiative deshalb ab», schreibt er auf Anfrage.
Dennoch würden seine beiden Zeitungen in ihren Regionalausgaben die Haltung vertreten, dass die SRG verschlankt werden müsse. Zudem müsse sie in Bereichen, in denen sie sich in Konkurrenz mit privatwirtschaftlichen Medienhäusern befindet, zurückgebunden werden, da «ihre Gebührenfinanzierung hier zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt». Das gelte namentlich für den Online-Auftritt der SRG.
Chefredaktor Hollenstein sieht es als Verdienst der Initiative, diese Debatte massgeblich angestossen zu haben. (eh)