Rund anderthalb Monate vor dem Abstimmungstermin liegen die Gegner der No-Billag-Initiative gemäss einer Tamedia-Umfrage klar in Führung. 59 Prozent würden die Initiative klar oder eher ablehnen (persoenlich.com berichtete).
Abgelehnt wird die Initiative auch vom Vorstand des Journalisten-Berufsverbands Impressum. An der Sitzung vom Donnerstag sei eine Resolution einstimmig angenommen worden, heisst es in einer Mitteilung. Die Initiative sei ein beispielloser Angriff auf den Journalismus und die Demokratie. Die Unabhängigkeit des Journalismus, die Vielfalt der Information und die Informationsfreiheit von jeder und jedem Einzelnen stünden auf dem Spiel. «Die Initiative ist die Totengräberin der Pressefreiheit», schreibt Impressum. Der Verband beteilige sich deshalb an der Kampagne für ein Nein gegen «No Billag» und entwickle dafür spezifische eigene Aktionen bis zur Abstimmung vom 4. März 2018.
Auch ein Nein zur No-Billag-Initiative gibt es Verband Medien mit Zukunft (VMZ). VMZ sei von der Wichtigkeit des medialen Service public überzeugt und setze sich darum aktiv für den Erhalt der SRG ein, heisst es in einer Mitteilung. Eine Zerschlagung der SRG sei destruktiv und würde die grundsätzlichen Rahmenbedingungen im Medienmarkt nicht verbessern, sondern vielmehr verschlechtern. Und das auf lange Sicht: Die Initiative wolle nicht nur der SRG die Existenzgrundlage entziehen, sondern öffentliche Finanzierung von Medien generell verunmöglichen. Zu den Gründungsmitgliedern von VMZ gehören unter anderem die «TagesWoche», WOZ, Tsüri.ch oder die «Republik».
Auch Berggebiete sagen Nein
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB lehnt die Volksinitiative «No Billag» entschieden ab. Gerade in den Berggebieten würde die Medienvielfalt bei einer Annahme der Initiative massiv abnehmen, schreibt SAB am Freitag. Die SRG könnte in der heutigen Form nicht mehr weiterbestehen, und die meisten der 34 regionalen Radio- und Fernsehsender müssten ihren Betrieb endgültig einstellen. Dadurch würden auch zahlreiche Arbeitsplätze in den Berggebieten verloren gehen. (pd/cbe)