Weitere Zukäufe in der Schweiz nicht ausgeschlossen

Springer - Matthias Döpfner will weiter in Printprodukte investieren.

Axel Springer-Chef Mathias Döpfner kann sich durchaus vorstellen, weitere Akquisitionen in der Schweiz durchzuführen -- wenn sich denn attraktive Möglichkeiten bieten. Dies erklärte der deutsche Medienmanager in einem Interview mit dem "Tages-Anzeiger". Sein Konzern will sich aber auf die bestehenden Titel des Konzerns konzentrieren: "Unsere dreifache Marktführerschaft bei der Wirtschaftspresse, den TV-Titeln und mit dem "Beobachter" auch bei den Publikumszeitschriften wollen wir auf Papier und online weiter ausbauen", so Döpfner.

In den hart umkämpften Schweizer Printmarkt sei Springer wegen der kulturellen Nähe eingestiegen. "Das Mediengeschäft ist kulturell sensibel. Je vertrauter eine Region, desto attraktiver", so Springer. Die geografische Nähe und die wirtschaftliche Prosperität würden das Interesse zusätzlich steigern.

Trotz der fortschreitenden Digitalisierung glaubt Döpfner nach wie vor an die Zukunft der Zeitungen. Die berechtigte Sorge um den Strukturwandel der Branche dürfe nicht zur Fehlinterpretation führen, dass die gedruckte Zeitung oder Zeitschrift von gestern sei. "Wir dürfen aus Angst vor dem Sterben nicht Selbstmord begehen", warnt der 45-Jährige Topmanager, der am Donnerstag am Swiss Economic Forum referieren wird. Axel Springer werde schliesslich auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die grössten Renditen im Printgeschäft erwirtschaften.

An die Zukunft der Gratiszeitungen glaubt Döpfner im Gegensatz dazu nicht; er hält sie für ein Übergangsmedium zwischen gedruckter und digitaler Welt ohne langfristige Zukunft. Werbeeinnahmen würden es nur vorübergehend erlauben, eine komfortable Ertragslage zu schaffen. Langfristig sieht Döpfner nur zwei Formen von Journalismus: den klassischen Zeitungsjournalismus als geführten Journalismus, bei dem Profi-Redakteure Nachrichten sichten, gewichten, bewerten und für eine bestimmte Zielgruppe auch selbst generieren.

Und daneben online den eher dezentralen, individualisierten und nutzergesteuerten Journalismus, wo der Leser als sein eigener Programmdirektor agiere. "Ob die traditionelle Zeitung dereinst noch gedruckt oder nur noch als elektronisches Papier am Computer oder Handy besteht, spielt dabei keine Rolle", so der Springer-Chef.