Die SRG SSR idée suisse hat die wirtschaftlichen Turbulenzen des vergangenen Jahres gut überstanden: Dank sofort eingeleiteten Sparmassnahmen und zusätzlichen Geldern des Bundes konnte sie ihre finanzielle Gesundheit erhalten. Zwar schrieb die nationale Radio- und Fernsehgesellschaft auch 2002 noch einen Verlust von 4.4 Mio. Franken, wie die SRG SSR idée suisse am Dienstag in bern vor den Medien mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr ist das aber ein Rückgang von über 75 Prozent: 2001 verzeichnete die SRG noch einen Verlust von über 18 Millionen.
Der Umsatz konnte um rund 0.4 Prozent gesteigert werden. Einbussen mussten zwar durch die Gebührenbefreiung von Bezügern von Ergänzungsleistungen hingenommen werden. Der Ausfall wurde jedoch durch zusätzliche Leistungen des Bundes im Umfang von 35 Mio. Franken entschädigt. Die Werbe- und Sponsoringeinnahmen gingen ebenfalls zurück, mit knapp 3 Prozent fällt das Minus in dem Bereich kommerzielle Einnahmen gegenüber anderen Medien jedoch bescheiden aus. Der Betriebsaufwand lag mit rund 1.5 Mrd. Franken 0.6 Prozent tiefer als im Vorjahr. Gesunken sind insbesondere die Personal-, Produktions- und Betriebsaufwendungen.
Im Inland sei die SRG zwar ein Riese, im Verhältnis zu ausländischen Veranstaltern aber ein Zwerg, sagte SRG-Präsident Jean-Bernard Münch. Es bestehe die Gefahr, dass das Unternehmen durch neue Regulierungen seine finanzielle Handlungsfähigkeit einbüsse. Die SRG habe für die Schweiz eine Schrittmacherrolle und müsse offen für Innovation sein. Sollte sie dies nicht tun, laufe sie Gefahr, von ausländischen Anbietern an den Rand gedrängt zu werden. Gewisse Risiken sieht SRG-Generaleirektor Armin Walpen im neuen Radio- und Fernsehgesetz. Die Stärkung des Service public und ein erweitertes Gebührensplitting seien zwar zu begrüssen. Es sei aber fraglich, ob die vorgesehene Regulierungs- und Administrationsdichte tatsächlich diesem Ziel diene.