Die Wettbewerbskommission (Weko) nimmt die geplante Zusammenarbeit der Berner Zeitung (BZ) mit dem Bund unter die Lupe. Grund ist eine mögliche marktbeherrschende Stellung durch den Einstieg der BZ-Herausgeberin Espace Media Groupe bei der Bund Verlag AG, wie es in einer Mitteilung heisst. Diese Meldung kommt wenig überraschend, war eine mögliche vertiefte Prüfung des "Berner Modells" doch schon vor zwei Wochen anlässlich der Genehmigung des Einstiegs der Tamedia bei 20 Minuten angedeutet worden.
Der Einstieg begründe oder verstärke möglicherweise eine beherrschende Stellung im Berner Mittelland auf dem Zeitungslesermarkt, dem Markt für regionale Anzeigen und den Märkten für regionale Radio-und Fernsehwerbung, teilte die Weko am Dienstag mit. Derselbe Verdacht bestehe auf dem Zeitungslesermarkt im Berner Oberland.
Dies habe die am Montag abgeschlossene Vorprüfung der Weko ergeben. Weiter zeigte die Vorprüfung, dass sich das Vorhaben möglicherweise nicht vollumfänglich durch die schwierige finanzielle Situation des Bundes rechtfertigen lasse. Diesbezüglich seien vertieftere Abklärungen nötig.
Der Espace Media Groupe gehören im Bernbiet die Berner Zeitung, der Berner Oberländer, das Thuner Tagblatt, TeleBärn, Radio ExtraBern und der Berner Bär. Auch der Bund Verlag AG ist in zahlreichen dieser Märkte vertreten mit der Zeitung Der Bund, Radio BE1 und als Konzessionärin des Anzeigers Region Bern. Die Espace Media Group will von der NZZ-Gruppe 40 Prozent des Aktienkapitals der Bund Verlag AG übernehmen. Danach halten BZ und NZZ je 40 Prozent; die restlichen 20 Prozent bleiben bei der PubliGroupe.