Weltwoche betreibt islamophobe Hetze

WOZ - Wenn Provokationen nicht gehört werden...

Keine andere Zeitschrift im deutschsprachigen Raum hat die Karikaturen der Jyllands-Posten früher nachgedruckt als die Weltwoche. Die Mohammed-Zeichnungen erschienen im Jean-Frey-Blatt schon am 12. Januar. Dumm nur: Dies ist hierzulande fast allen entgangen. Dem Tages-Anzeiger ebenso wie dem Presserat, der in einer Stellungnahme über die Zulässigkeit der Karikaturen lediglich vom Nachdruck in der NZZamSonntag und dem Blick spricht. Was also tut die Redaktion, wenn ihre Provokationen nicht gehört werden?

Die WOZ weiss es: Man gebe noch einen drauf und lege in der Schärfe des Tons zu, weiss Kolumnist Marcel Hänggi in seinem Medientagebuch schreibt. Er wirft Hanspeter Born vor, mit seinem Artikel, der am 9. Februar in der Weltwoche erschien, islamophobe Hetze zu betreiben. Borns "krudes Elaborat aus Demografie, Sozialdarwinismus, markigen Worten, gewürzt mit Thesen von Machiavelli und Oswald Spengler" erinnert Hänggi an die Argumentation der serbischen Propaganda Ende der Achziger Jahre.

So wie Serbien behauptet hatte, das Land werde an der höheren Reproduktionsrate der Albaner zu Grunde gehen, argumentiere Born, das aufgeklärte Europa sei auf dem besten Wege Selbstmord zu begehen, weil die Europäerinnen zu wenige Kinder hätten. "Als würde die Aufklärung vererbt; als wären Werte eine Frage des -- wie man das einst nannte -- Blutes", fügt Hänggi an, der selbst für die Weltwoche schrieb, unter Roger Köppel schliesslich aber den Hut nahm und zur WOZ wechselte.