Insgesamt gingen 2007 146 Beanstandungen bei Ombudsmann Achille Casanova ein. Im Vorjahr waren es 150 gewesen. Serienreklamationen seien ausgeblieben, was bedeute, dass die Ombudsstelle nicht für Kampagnen missbraucht worden sei, schreibt Casanova im Jahresbericht weiter.
64,9 Prozent der Beanstandungen reklamierten eine unsachgerechte, politisch tendenziöse oder diffamierende Berichterstattung. 6,3 Prozent der Interpellanten sahen religiöse Gefühle verletzt, 7,2 Prozent kritisierten eine unethische oder sexuell anstössige Berichterstattung, und 4,5 Prozent kritisierten Gewaltdarstellungen. 17,1 Prozent der Beanstandungen hatten andere Motive.
Auf 35 der 146 Beanstandungen trat Casanova nicht ein. Dabei handelte es sich meist um Fragen allgemeiner Natur. 113 Beanstandungen -- darunter auch solche aus dem Vorjahr -- wurden materiell behandelt. Davon betrafen deren 19 Radio DRS (Vorjahr: 31) und deren 94 (83) das Schweizer Fernsehen.
25 Prozent der Beanstandungen stufte Casanova als berechtigt ein. Dies ist praktisch gleich viel wie im Vorjahr mit 24 Prozent. Zwar seien in mehr Beiträgen als im Vorjahr journalistische Fehler festgestellt worden, schreibt Casanova. Diese seien jedoch oft nicht relevant genug gewesen, um als eine Verletzung der Programmbestimmungen eingestuft zu werden. 11 der Beanstandungen leitete Casanova an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen weiter. Im Vorjahr waren es deren 9 gewesen. (sda)