Die Publicom hat im Hinblick auf die diesjährige Radiokonzessionsvergabe in einer Vorstudie die Entwicklung der Züricher Privatradios sowie von DRS 1 und DRS 3 in den letzten 12 Jahren analysiert. Die Langzeitstudie zeigt auf, dass sich das Angebot der Stationen zwar laufend verändert, die Bandbreite der programmlichen Variationsmöglichkeitmöglichkeiten jedoch sehr limitiert ist. In der "Neuen Zürcher Zeitung" beschreibt René Grossenbacher, VR-Delegierter der Publicom, die wichtigsten Ergebnisse der Studie.
Im Grossraum Zürich erkennt der Autor für die Radios im Grossraum Zürich einen Ausbau im Informationsbereich. Dazu hält die Studie aber fest, dass die Newsinformationen bei den Privatsendern oft nur aus dem Vorlesen von Agenturmeldungen bzw. Medienmitteilungen und dem Einholen von Statements bestehen. Journalistisch anspruchsvollere Beiträge sind meist dem hörerstärksten Sender DRS 1 vorbehalten.
Laut der Studie ist DRS 1 das einzige Radio, bei dem der Informationsanteil eine wichtige Rolle spielt. Seit zwölf Jahren hat der Sender sein Informationsangebot sukzessive auf 37 Prozent der Sendezeit ausgebaut. Bei den Privatsendern und auch bei DRS 3 beträgt dieser Anteil maximal nur 15 Prozent des Programms. Was die Themen betriff, ist ein Rückgang der klassischen Themen Politik, Wirtschaft und Sport zugunsten des Kultur- und Gesellschaftsbereich auszumachen.
Auffallend ist der konstant hohe Musikanteil, der bei den meisten Radios klar über 70 Prozent beträgt. DRS 1 bildet hier mit 43 bis 44 Prozent die einzige Ausnahme. Innerhalb des Musikprogramms kann man erkennen, dass das moderne Radio ein Pop-Radio ist. Fast alle Anbieter haben von 1996 bis 2002 ihren Anteil an Popliedern auf bis zu 94 Prozent aller gespielten Musik erhöht. Zur Mehrheitsfähigkeit eines Musikprogramms trägt laut Studie offenbar auch ein hoher Anteil Hitparadentitel bei. Insbesondere die Privatsender setzen deshalb in ausgeprägtem Masse auf Chart-Erfolge.
Inzwischen ist jedoch laut Studie die Tendenz auszumachen, wieder etwas häufiger auch unbekannte Lieder ins Musikprogramm aufzunehmen. Allerdings mit einer Ausnahme: Radio 24 hat sich diesem Trend laut dem Autor des Berichts (noch?) nicht angeschlossen.