Sie wurden als beliebtester Nachrichtenmoderator gewählt. Überrascht?
Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht, in diesem Sinne hat es mich ganz einfach gefreut.
Wie wichtig sind solche Rankings für das Selbstbewusstsein eines Nachrichtenmoderators?
Über ein solches Ergebnis freut sich sicherlich jeder TV-Moderator -- vor allem dann, wenn das Ranking umfragegestützt ist und nicht einfach auf der Meinung eines geschätzten Kollegen aus einer Printredaktion beruht. Es ist schliesslich unser Beruf, mit dem Publikum zu kommunizieren. Wenn man ankommt, ist das schön.
Beim letzten Blick-Ranking haben sie nicht so gut abgeschnitten, hat das auf Ihre Psyche geschlagen?
Mit zwölf Jahren TV-Moderations-Erfahrung und nach zehn Jahren beim Radio verfügt man über Techniken, um sich den Feierabend deswegen nicht verderben zu lassen.
Ihre Moderatorenkolleginnen und -Kollegen wie Daniela Lager, Franz Fischlin und Susanne Wille zeigen sich gerne in People-Magazinen. Weshalb Sie nicht? Brauchen Sie keine zusätzliche Imagepflege?
Ich leiste mir medial den Luxus eines Low-Profile-Privatlebens. Aber nur, weil es mir einfach mehr Spass macht. Ich mag es, dass mein Beruf öffentlich ist und die Zuschauer auf mich hören, mich loben und kritisieren. Im Privatleben fühle ich mich aber lieber wie ein normaler Mensch.
Wem hätten Sie eigentlich Ihre Stimme gegeben?
Das ist eine Frage wie "Schlagen sie ihre Kinder immer noch?" Es wäre nicht sehr intelligent, wenn ich hier auf "persoenlich.com" mein eigenes Rating über mein nettes Umfeld aufstellen würde.
Neuerdings mischen Sie ihre Newscocktails stehend. Wie lange brauchten Sie, um sich umzugewöhnen?
Ich war selber überrascht, denn ich habe mich von der ersten Minute an wohl gefühlt in der neuen Studioumgebung. Als uns die Hausdesigner den Tresenplatz gezeigt haben, war ich skeptisch, weil ich dachte es wirke zu unpersönlich. Entgegen dieser Erwartung aber fand ich mich schnell in die Situation ein. Unsere Designer haben das wirklich gut hingekriegt.
Bei "10vor10" gibt es ständige Kamerawechsel während der Sendung. Wie wissen Sie eigentlich stets, in welche Kamera, dass Sie schauen müssen?
In unserer "Running-Order" steht, welches jeweils die nächste Kameraeinstellung ist. Auf Wunsch kann ich mich aber auch von der Regisseurin über den Ohrhörer briefen lassen. Mich als Privatpilot erinnert die Situation ans Fliegen. Auch dort ist der Funk wichtig. Wenn die Regisseurin durchgibt, welches die nächste Kameraeinstellung ist, gibt mir das ein Fluggefühl.