Wer hat das Sagen in Osteuropa?

Ringier/Axel Springer - Insider wissen etwas von einer "Golden Share".

Letzte Woche gaben die beiden Medienunternehmen Ringier und Axel Springer bekannt, das Osteuropa-Geschäft zu bündeln. Eine Holding mit Sitz in Zürich soll zu diesem Zweck gegründet werden. Wie es von beiden Seiten hiess, begegne man sich "auf Augenhöhe". An der neuen Gesellschaft seien Springer und Ringier zu je 50 Prozent beteiligt. Wie die "SonntagsZeitung" nun erfuhr, verfüge Springer jedoch über die Option einer sogenannten "Golden Share".

Ringier bestreitet, dass Springer letztlich das Sagen hat, da beide Unternehmen ihre Anteile konsolidierten. Internationale Experten für Rechnungslegung betonen jedoch, laut IFRS/IAS sei eine "Vollkonsolidierung" nur möglich, wenn Springer das Gemeinschaftsunternehmen "faktisch kontrolliert".

Offiziell will Springer die Möglichkeit der "goldenen Aktie", die ihr das Entscheidungsrecht einräumt, nicht kommentieren. Für das börsenkotierte Unternehmen ist dies in erster Linie eine "finanztechnische Frage", da es so einen höheren Umsatz und Gewinn ausweisen kann. Auch Ringier will der "SonntagsZeitung" über "vertragliche Details keine Auskunft" geben.