"Wer trauert schon '.ch' nach?"

Moritz Leuenberger - Für Medienminister muss eine Zeitung ein Herz haben.

"Wenn der freie Markt die Meinungsvielfalt erbringt, hat der Staat keinen Anlass einzugreifen. Bei den Printmedien ist diese Meinungsvielfalt vorhanden." Dies sagt Bundesrat Moritz Leuenberger in der "Mittelland Zeitung" vom Freitag. Der Medienminister glaubt auch nicht, dass die Medienvielfalt durch die Ausdehnung der grossen Verlage gefährdet ist. "Das kann ein Problem werden -- aber im Moment sehe ich keines." Der Staat müsse erst eingreifen, wenn es in einer Region ein Meinungsmonopol gebe.

Auf die Frage, wie sich die Zeitungen für die Zukunft rüsten müssen, meint der Bundesrat: "Die Zeitung muss ein Herz haben, das sichert die Leserbindung. Eine Zeitung, die nur von Werbeeinnahmen lebt, hat keine Seele. Wer trauert schon '.ch' nach?"

Der Bundesrat scheint sich auch nicht gross an der Konzentration bei den Zeitungen zu stören: "Vielleicht kommt die Zeit, wo es nicht mehr zwei Berner Zeitungen gibt. Dann gibt es wohl zwei oder drei nationale Zeitungen mit regionalen Ablegern." Es sei besser, solche Entwicklungen aktiv zu gestalten, als sie zu beweinen. "Die Zeit der Zeitungen läuft so lange nicht ab, als diese sich verändern können."