
Andreas Meili, die Vernehmlassung zu den UKW-Radio-Konzessionsgesuchen ist abgeschlossen. Wo steht Ihr Sender heute im Rennen um die begehrten Konzessionen?
Andreas Meili, die Vernehmlassung zu den UKW-Radio-Konzessionsgesuchen ist abgeschlossen. Wo steht Ihr Sender heute im Rennen um die begehrten Konzessionen?
Als wie gross erachten Sie heute Ihre Chancen, dass der Bundesrat Ihrem Sender die Konzession erteilt?
Aufgrund des bisherigen Leistungsausweises von Radio 24 und den ausgewiesenen Stärken von Radio 24 in den Bereichen Information und Services rechnen wir uns sehr gute Chancen für die Konzessionierung aus. Radio 24 setzt die grössten Ressourcen von allen Regionalsendern in der Region Zürich ein, eingeschlossen Radio 1, das schon rein personell um rund ein Drittel schwächer ausgestattet ist.
Stadt und Kanton Zürich haben Radio 1 gegenüber den etablierten Sendern vorgezogen. Was haben Sie falsch gemacht?
Wir bedauern die einseitige Stellungnahme des Regierungsrates des Kantons Zürich und halten sie für falsch. Die Stellungnahme der Stadt Zürich richtet sich jedoch nicht gegen Radio 24. Wir glauben nicht, dass wir im Vorfeld Fehler gemacht haben. Wir haben, wie unsere Mitbewerber auch, mit allen Instanzen ausführliche Gespräche geführt und versucht, die Bedeutung von Radio 24 für die Region Zürich darzulegen. Bei der Stellungnahme des Regierungsrates dürften medienpolitische, nicht qualitative Gründe mitgespielt haben.
Haben Sie zuwenig entschlossen für Ihren Sender lobbyiert?
Das glauben wir nicht. Und wir glauben vor allem nicht, dass das Rennen bereits gelaufen ist. Gestern haben sich 21 Zürcher Parlamentarierinnen und Parlamentarier, einschliesslich der beiden Zürcher Ständeräte, in einem offenen Brief an Bundesrat Moritz Leuenberger für die Unterstützung der Gesuche von Radio 24 und TeleZüri ausgesprochen. Das ist ein sehr wichtiges Signal, das zeigt, dass die Meinung des Regierungsrates nicht allein ausschlaggebend ist. Wir sind nach wie vor überzeugt, dass Radio 24 eine Konzession für das Gebiet Zürich-Glarus verdient und dass die Leistungen und die Bedeutung von Radio 24 für diese Region letztlich beim Entscheid des UVEK berücksichtigt werden.
Welchen Stellenwert messen Sie den Stellungnahmen der staatlichen Instanzen bei?
Es sind Stellungnahmen und keinesfalls Entscheide. Der Entscheid liegt beim UVEK, das aufgrund eines definierten Katalogs von Qualifikations- und Selektionskriterien die Konzessionen zuteilen wird. Reine Sympathiebekundungen von kantonalen und kommunalen Instanzen dürfen nicht entscheidend sein für den Entscheid des UVEK.
Welche der fünf Sender, die sich um das Sendegebiet Zürich-Glarus bewerben, werden schliesslich das Nachsehen haben?
Das ist die schwierige Frage, die nun der Vorsteher des UVEK zu beantworten hat. Wenn er sich von den Qualifikations- und Selektionskriterien leiten lässt, die Gegenstand der Ausschreibung bilden, wird er die bisher erfolgreichen Sender bei der Konzessionierung berücksichtigen.
Was tun Sie, wenn der Bundesrat Ihnen die Konzession nicht erteilen wird? Werden Sie den Entscheid anfechten?
Wir gehen, wie gesagt, nicht davon aus, dass Radio 24 nicht konzessioniert werden soll. Sollte der Entscheid des UVEK trotzdem anders ausfallen, behalten wir uns die entsprechenden rechtlichen Schritte selbstverständlich vor.
(Andreas Meili ist Verwaltungsratspräsident der Belcom AG und zuständig für die Konzessionsfragen betreffend Radio 24 und TeleZüri. Interview: David Vonplon)
Weiter zum Interview mit Radio 1-Chef Roger Schawinski
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