Werben für Achse Basel-Aarau

Peter Wanner - Aargauer Verleger stets zu Verhandlungen bereit.

Wird BaZ-Verleger Matthias Hagemann das nächste Opfer des expansionshungrigen Tamedia-CEO Martin Kall? AZ Medien-Verleger Peter Wanner hat den Eindruck, dass die Basler Zeitung Medien immer mehr in die Abhängigkeit der Tamedia geraten. Zumal es die erklärte Strategie von Tamedia und Herrn Kall sei, neben Bern auch in Basel Fuss zu fassen. "In Bern hat er es geschafft, nun versucht er es in Basel", warnt der Aargauer und prophezeit in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Bilanz, dass es nach der Espace-Übernahme zu weiteren Marktveränderungen kommen werde.

Wanner bedauert den Schulterschluss zwischen Basel und Zürich im Online-Geschäft und bei der neuen Pendlerzeitung "News". Ihn erinnern die jüngsten Vorgänge an das Märchen vom Rotkäppchen: "Der gierige Wolf ..." -- Wanner spricht von Martin Kall -- "...packt überall zu, frisst sich voll, irgendwann kippt er in den Brunnen." Natürlich hinke der Vergleich, weil Hagemann kein Rotkäppchen sei, aber der Wolf habe bereits die Grossmutter in Bern gefressen, so der erfolgreiche Medienunternehmer.

Er spricht von einer "verpassten Chance", dass Hagemann nicht zu Verhandlungen mit ihm bereit sei -- dies obwohl man in der Vergangenheit diverse Gespräche geführt und in Basel Ideen präsentiert habe. Wanner ist überzeugt: "Wir könnten im Stellenmarkt oder am Sonntag als ebenbürtige Partner zusammenarbeiten. Dabei würden wir vier Kantone abdecken -- Basel, Basel-Landschaft, Solothurn, Aargau." Nun aber drohe der grosse Konkurrent aus Zürich. Dabei wäre laut Wanner eine Kooperation im starken Wirtschaftsraum der Region Nordwestschweiz sinnvoller als eine Achse mit dem ohnehin mächtigen Zürich. Etwas resigniert merkt er an: "Für diesen Weg brauche es aber zwei Verleger, die dies wollen."

Dabei hat Wanner selber dafür gesorgt, dass die Beziehung zwischen den beiden beiden Verlegern unter den Gefrierpunkt gesunken ist. Vergangenen Herbst ermöglichte er der Basellandschaftliche Zeitung den Anschluss an den Verbund der Mittelland-Zeitungen. In Basel wertete man das Eindringen in die eigenen Stammlande als einen kriegerischen Akt. Wie Hagemann letztmals im Frühling gegenüber "persoenlich.com" erklärte, wollen die Basler nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, solange sich die Rüebliländern nicht bereit zum Rückzug bereit erklären.