Die Fusion des Schweizer Fernsehens mit Radio DRS soll mit einem massiven Ausbau der öffentlich-rechtlichen Internetangebote einhergehen, schreibt die "SonntagsZeitung". Dies gehe aus einer geheimen Projektbeschreibung hervor, über die der Verwaltungsrat des Mutterkonzerns SRG am kommenden Mittwoch befinden wird. "Die Schwerpunkte des Angebotsausbaus" sollen laut dem Dokument im "nonlinearen Multimediabereich" liegen.
Was heisst das? Das Internet soll als drittes Standbein die Fernseh- und Radioangebote der SRG gleichberechtigt ergänzen. Doch in der Konzession des Bundes, auf deren Grundlage Schweizer Fernsehen und Radio DRS senden, ist bislang ausdrücklich nur von "Radio- und Fernsehprogrammen" die Rede. Die Internetangebote fallen unter "weitere Leistungen im übrigen publizistischen Angebot". Sollte die SRG ihre Internetangebote tatsächlich massiv ausbauen, bräuchte sie dafür eine neue Konzession.
Die Projektbeschreibung untermauert die Forderung der SRG, Onlinewerbung als neue Einnahmequelle erschliessen zu dürfen. Bislang ist es dem gebührenfinanzierten Konzern nicht gestattet, auf dem Internet Werbung platzieren. Von den wachsenden Umsätzen, die mit Online-Werbung erzielt werden, profitiert die SRG nicht. Gegen die Strategie der SRG regt sich der Widerstand der privaten Medienkonzerne. Sie fürchten, dass die SRG als neuer Marktteilnehmer die Online-Einnahmen der Privaten schmälern und die Medienkrise verschärfen würde. Medienminister Moritz Leuenberger stellte sich jedoch im Juni hinter die Forderung der SRG: "Ich bin durchaus bereit, Online-Werbung bei der SRG zuzulassen." (Quelle: SonntagsZeitung)