« Weshalb bin ich eigentlich der einzige?»

Dreikönigstagung 2016 - Roger Köppel erklärt am Neujahrstreffen seine häufig kritisierte Doppelrolle als Politiker und Journalist.

«Zu wem gehört Roger Köppel, zu den Parlamentariern, zur SVP oder zu uns, den Verlegern?», fragt Peter Hartmeier, der als Moderator durch die diesjährige Dreikönigstagung in Zürich führt. Und: «Hat er eigentlich mehr Wähler oder mehr Leser?». Mit diesen Fragen begrüsst er den Weltwoche-Verleger und SVP-Nationalrat auf dem Podium. Es ist das erste dieser Art seit seiner Wahl im Herbst.

Kritik an der Werbeallianz

Er gehöre seiner Frau, wie das bei den meisten verheirateten Männern so sei, sagt Köppel lachend, als er ans Mikrofon tritt. Zu Beginn spricht er kurz über das geplante Werbe-Joint-Venture von SRG, Swisscom und Ringier und bläst dabei ins selbe Horn wie Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument wenigen Minuten zuvor. «Da wächst etwas zusammen, was nicht zusammen gehört», fügt er an.

Schliesslich spricht Köppel über den Beginn seiner journalistischen Karriere, über seine Zeit bei der Neuen Zürcher Zeitung und beim Magazin. Ein Journalist müsse eine Haltung und eine Botschaft haben und sich engagieren, sagt er. Diesem Credo folge er. Deshalb die Konsequenz: «Ich musste einen Verlag kaufen, um mich weiter positiv für das Land zu engagieren».

«Ich sehe in dieser Rolle keinen Widerspruch»

Und schliesslich kam er darauf zu sprechen, wofür er auch eingeladen wurde: Seine oftmals kritisierte Doppelrolle als Politiker und Journalist. Den Ausschlag habe die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 gegeben. Als er beobachtet habe, wie sich der Diskurs in dieser Debatte entwickelt, wäre es für ihn einfach nicht mehr konsequent gewesen, nur noch zu schreiben, sagt er. In seiner momentanen Rolle sehe er keinen Widerspruch.

Er werde oft gefragt, warum er in die Politik gegangen sei. Er aber frage sich eher: «Weshalb bin ich eigentlich der einzige?». (wid)

Bild: Roger Köppel an der Dreikönigstagung am Dienstag, 12. Januar 2016 im World Trade Center in Zürich. (Keystone, Gaetan Bally)