Weshalb er die Mohammed-Karikaturen publizierte

Roger Köppel - "Nicht von Terrorängsten beirren lassen."

Der Proteststurm in der islamischen Welt nach der Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in der dänischen Zeitung Jyllands Posten hat sich noch längst nicht abgeschwächt. Im Gegenteil: In der arabischen Presse erscheinen wütende Kommentare, in Jemen beteiligten sich rund 80'000 Frauen an einer Protestaktion, 17 arabische Staaten forderten von der Regierung Dänemarks eine Bestrafung der Verantwortlichen, die die Karikatur veröffentlicht hatten.

Im Westen wächst derweil das Unverständis gegen die Proteste in der arabischen Welt. In diversen Zeitungen Europas haben es die Karikaturen auf die Frontseite geschafft. So auch in der deutschen Zeitung Die Welt, der Roger Köppel als Chefredaktor vorsteht. "Wir haben die Karikaturen, wie übrigens auch die Weltwoche, erstmals schon vor Wochen gedruckt", teilt Köppel "persoenlich.com" am Mittwoch Abend mit. Er versteht es als journalistische Pflicht, diesen politisch hoch brisanten Fall möglichst detailreich zu dokumentieren. "Man muss sehen können, was Menschen, die unter uns leben, dazu bewegt, eine Todesdrohung gegen einen Zeichner auszusprechen", findet der frühere Weltwoche- und Das Magazin-Chefredaktor.

Die Publikation der Karikaturen in Die Welt hat laut Köppel ein sehr grosses Medienecho ausgelöst: "Ich wurde auf BBC und in zahlreichen anderen Radiostationen interviewt, die grossen Zeitungen Europas meldeten sich." Köppel ist diese Kenntnisnahme wichtig, da es sich seines Erachtens um einen höchst relevanten Vorgang handelt: "Es geht um die Meinungsäusserungsfreiheit."