Westschweizer Verleger wollen über neuen GAV verhandeln

Médias Suisse - In der Deutschschweiz herrscht seit 2004 ein vertragsloser Zustand.

Die Präsidentin der Westschweizer Verleger, Valérie Boagno, hat am Freitag erneut bekräftigt, Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) aufnehmen zu wollen. Sie rief die Gewerkschaft Impressum zu Zurückhaltung "in bewegten Zeiten" auf.
 
Die Westschweizer Verleger hatten den GAV im Dezember gekündigt. Der bestehende Gesamtarbeitsvertrag läuft noch bis Ende 2013. Als Grund für die Kündigung hatte Médias Suisse den Rückgang der Werbeeinnahmen und die sinkenden Verkaufserlöse geltend gemacht.
 
Uneinig sind sich Gewerkschaften und Verleger auch hinsichtlich der Mindestlöhne. Impressum hielt am Freitag in einem offenen Brief fest, dass die Journalisten keine Verschlechterung der Standards der Branche, die bereits weniger hoch als in anderen Berufen seien, akzeptieren werden.
 
Man sei im Gegenzug bereit, zusammen mit den Medien neue Einkommensquellen zu suchen. In der Deutschschweizer Medienbranche herrscht bereits seit 2004 ein vertragsloser Zustand. (sda)
 
Zu den Aktionen der Journalisten vom Freitag gegen die Sparpläne des Medienhauses Tamedia wollte sich Boagno nicht äussern. Sie stellte jedoch fest, dass sich die Frage der Identität und Kultur der Romandie heute sehr aktuell stelle. (sda)