Bundesrat Moritz Leuenberger hat in seiner Rede an der Generalversammlung der Association de la presse romande vom Freitag den Verlegern ins Gewissen geredet. Unter anderem verlangte er die Schaffung eines Umfelds, in dem sich ein kritischer und offener Journalismus entwickeln könne.
Er höre im Beisammensein mit Verlegern öfter die Bemerkung, der Journalismus sei entsetzlich geworden, oder schlimmer, dass man mit dem Journalismus gebrochen habe. Aber, fragte Leuenberger: "Wer ist denn verantwortlich für den Journalismus? Sind es nicht die Verleger?" Die Verleger, meinte Leuenberger weiter, "müssten ein Umfeld schaffen, in dem sich ein kritischer und offener Journalismus entwickeln kann".
Drei Bestandteile eines solchen Umfelds hob Moritz Leuenberger denn gleich selbst hervor. Zum einen müsse jungen Journalisten die Möglichkeit geboten werden, den Beruf von der Pike auf zu erlernen und die Regeln des Metiers zu adaptieren. Zum anderen müsse man, so der Bundesrat weiter, im "gestressten Alltag der Tageszeitungen Zeit für die Qualitätskontrolle einplanen". Und schliesslich müsse die "Personalpolitik auf die interne Ausgewogenheit einer Redaktion -- in Bezug auf Alter und Geschlecht -- achten".