Wetterexperte bleibt in Haft

Affäre Kachelmann - Es gebe zahlreiche Beweise, sagt der Anwalt des mutmasslichen Opfers.

Der Schweizer TV-Wettermoderator Jörg Kachelmann bleibt vorläufig in Untersuchungshaft. Gemäss der Staatsanwaltschaft Mannheim besteht dringender Tatverdacht. Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, Anfang Februar seine ehemalige Lebenspartnerin vergewaltigt zu haben. "Wir schätzen die Aussagen der Frau als glaubhaft ein", sagte Andreas Grossmann, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch nach dem Haftprüfungstermin. Die nicht-öffentliche Anhörung hatte bis zum Mittwochnachmittag gedauert.

Laut Grossmann, hat der Wetterexperte vor dem Haftrichter umfassend ausgesagt. "Er bestreitet die Vergewaltigung", sagte Grossmann. "Er hat sich vorbehalten, weitere Beweisanträge zu stellen und einen neuen Haftprüfungstermin zu beantragen." Der Anwalt der 36-jährigen ehemaligen Partnerin von Kachelmann will die Aussagen des Moderators sorgfältig prüfen. "Wir hatten noch keine Akteneinsicht", sagte Thomas Franz am Mittwoch nach dem Haftprüfungstermin. Er war bei der Anhörung nicht dabei.

Gemäss Franz arbeitet die Frau derzeit nicht und ist in psychologischer Behandlung. Sie habe Kachelmann im Februar unmittelbar nach der Tat angezeigt. Es gebe zahlreiche Beweise. Das Amtsgericht Mannheim teilte am Mittwoch nach der Vernehmung von Kachelmann mit, dass es aus "prozessualen Gründen" noch keine Entscheidung über die Fortdauer der Untersuchungshaft getroffen habe. Kachelmann war am Samstag auf dem Flughafen Frankfurt auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. (sda)