17.02.2013

"Weltwoche"

Whistleblower Rudolf Elmer reicht Persönlichkeits-Klage ein

Roger Köppel und Journalist Alex Baur im Visier.
"Weltwoche": Whistleblower Rudolf Elmer reicht Persönlichkeits-Klage ein

 

Der Bankenkritiker und Whistleblower Rudolf Elmer verklagt die "Weltwoche". Nach Informationen der Zeitung "Der Sonntag" hat er am 30. Januar am Bezirksgericht Zürich eine Zivilklage gegen die Weltwoche Verlags AG, Chefredaktor Roger Köppel und den Journalisten Alex Baur wegen Persönlichkeitsverletzung eingereicht. Elmer klagt, weil ihn die "Weltwoche" in zwei Artikeln als "Erpresser" und "Datendieb" bezeichnete.

Dies, obwohl die Zürcher Staatsanwaltschaft festgehalten hatte, von unbefugter Datenbeschaffung sei "nicht auszugehen". Die "Weltwoche" habe ihn in mehreren Passagen vorverurteilt, schreibt Elmer in der Zivilklage. Er verlangt Schadenersatz, Genugtuung und eine Berichtigung.

Roger Köppel will gemäss dem "Sonntag" mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen. Am 1. März findet nun eine Schlichtungsverhandlung beim Friedensrichteramt der Kreise 4 und 5 der Stadt Zürich statt. Elmer will aber keine Einigung, sondern dass ihm der Friedensrichter die Klageberechtigung erteilt.

"Ich werde die Zivilklage auf jeden Fall durchziehen." Nach beinahe achtjähriger Untersuchung liegt gegen Elmer immer noch kein rechtsgültiges Urteil vor. Die Zürcher Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Manager der Bank Julius Bär mehrfache Bankgeheimnisverletzung vor. Obwohl Elmer wegen der Übergabe von zwei CDs an Wikileaks mehr als ein halbes Jahr in Untersuchungshaft sass, erfolgte bislang keine Anklage. ("Der Sonntag")


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