Wieder in den schwarzen Zahlen

Tamedia - Umsatz erneut rückläufig.

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia schreibt trotz Umsatzrückgang wieder schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr 2004 erzielte der Verlag einen Gewinn von 18.0 Mio. Franken. In der Vorjahresperiode hatte noch ein Minus von 3.8 Mio. Fr. resultiert. Tamedia führt den Gewinn auf die Restrukturierungsmassnahmen zurück. Nach einem Abbau von 275 Stellen innert einem Jahr weist der Konzern Ende Juni 2004 noch 1665 Stellen aus. Zudem wurden einzelne Produkte eingestellt oder verkauft. Diese Massnahmen glichen die nach wie vor rückläufigen Umsätze mehr als aus.

Wie der Verlag am Donnerstag mitteilte, sank der Umsatz um 4.2 Prozent auf 278.4 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis (Ebit) betrug 22.1 Mio. Fr. nach einem Minus von 11.1 Mio. im ersten Halbjahr 2003. Bei den Zeitungen führte der Rückgang bei Inseraten und Stellenanzeigen zu einer Umsatzreduktion von 2.3 Prozent auf 172.7 Mio. Franken. Der Umsatz sank beim Flaggschiff Tages- Anzeiger um 1.8 Prozent. Bei der SonntagsZeitung ging er um 4.4 Prozent zurück, bei der Finanz und Wirtschaft um 1.9 Prozent. Der Wechsel von ZürichExpress zu Tagblatt der Stadt Zürich im Juni 2003 zog einen Umsatzrückgang von 15.3 Prozent mit sich.

Lohnender Verzicht

Das Betriebsergebnis im Bereich Zeitschriften verbesserte sich von -11.1 auf +3.5 Mio. Franken. Zum positiven Ergebnis beigetragen haben die Einstellung von annabelle business und annabelle wohnen sowie der Verkauf des Kulturmagazins du. Damit konnte der Umsatzrückgang bei der Frauenzeitschrift annabelle auf 5.4 Prozent beschränkt werden. Um 22 Prozent sank der Umsatz beim Nachrichtenmagazin Facts, um 21.7 Prozent bei der Kinderzeitschrift Spick. Einzig die Schweizer Familie war auf Erfolgskurs: Der Umsatz stieg um 4.2 Prozent.

Elektronische Medien im Aufwind

Eine positive Entwicklung verzeichneten die elektronischen Medien; sie blieben aber in den roten Zahlen: Der Betriebsverlust nach Abschreibungen halbierte sich auf 3.8 Mio. Franken. Eine Umsatzsteigerung um 21.7 Prozent verzeichneten die Zürcher Lokalmedien Radio 24 und TeleZüri. Im Aufwind waren auch die Online-Aktivitäten (+71 Prozent). Beim Basler Sender Radio Basilisk dagegen sank der Umsatz um 7.5 Prozent, bei Condor Communications fiel er um 33,3 Prozent.

Einen Ertragsrückgang von 16.9 Prozent auf 101.2 Mio. Fr. verzeichnete Tamedia im Bereich Services, der vor allem Druck und Vertrieb fremder und eigener Produkte umfasst. Das Betriebsergebnis war mit -0.8 Mio. aber doch besser als im Vergleichs-Halbjahr (-1.4 Mio. Franken).

Vorsichtiger Ausblick

Obwohl sich die Wirtschaftslage bessert, rechnet Tamedia für das zweite Halbjahr nicht mit deutlich steigenden Umsätzen. Sorge bereitet dem Unternehmen, dass sich die Situation bei den Stelleninseraten nicht rasch erholt. (sda)

Keine Angaben zur Rentabilität einzelner Produkte

Tamedia hält am Ziel fest, bis Ende 2005 alle Unternehmensbereiche zur Profitabilität zu bringen, wie Kommunikationschefin Franziska Hügli auf Anfrage von "persoenlich.com" erklärte. Die Elektronischen Medien seien mit dem "sehr erfreulichen Umsatzzuwachs" bereits auf dem besten Weg zum Break-Even.

Auch beim ebenfalls defizitären Bereich "Services" sei man trotz der herrschenden Konkurrenzsituation im Druck zuversichtlich. Hügli erinnerte im übrigen daran, dass weder ARO noch BD Bücherdienst wegen Verlusten, sondern wegen aus strategischen Gründen verkauft worden seien.