Die Krimireihe "Tatort" begann am 29. November 1970 mit dem Film "Taxi nach Leipzig", am 25. Mai läuft nun die 700. Folge mit dem neuen Leipziger Ermittlerteam Simone Thomalla und Martin Wuttke. In den 700 TV-Krimis kamen 73 verschiedene Kommissare oder Ermittlerteams zum Einsatz.
Das Schweizer Fernsehen war von 1990 bis 2002 mit zwölf Beiträgen vertreten. Immerhin neun Mal ermittelten dabei Kommissar Philipp von Burg (László I. Kish) und Wachtmeister Markus Gertsch (Ernst C. Sigrist) in Bern. Ein Wiedereinstieg in die "Tatort"-Reihe steht beim Schweizer Fernsehen derzeit nicht zur Debatte. Wie bis anhin will SF allenfalls bei einzelnen Folgen grenzüberschreitend mit den beteiligten TV-Stationen zusammenarbeiten.
Als Beispiel erwähnt SF-Mediensprecher David Affentranger die "Tatort"-Folge "Seenot", die als Koproduktion des Schweizer Fernsehens mit dem Südwestrundfunk (SWR) entstanden ist. Auf SF wurde der Krimi mit Eva Mattes und Stefan Gubser im Januar unter dem Label "Schweizer Film" ausgestrahlt. Das Abseitsstehen bei der "Tatort"-Reihe hat mit finanziellen Erwägungen zu tun. Mit der Reihe "Schweizer Film" am Sonntagabend gelinge es überdies besser, das Schweizer Filmschaffen zu unterstützen, erklärte Affentrager auf Anfrage.
Münchner Ermittler mit meisten Einsätzen
Das Münchner Duo Batic/Leitmayr, gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, hält mit 49 Einsätzen (seit 1991) den Spitzenplatz unter den meistbeschäftigten Kommissaren. Nummer zwei sind mit 45 Einsätzen die Leipziger Ehrlicher und Kain (Peter Sodann und Bernd Michael Lade), die sich im vergangenen Jahr verabschiedeten. Ehrlicher war 1992 der erste ostdeutsche "Tatort"-Kommissar. Mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal schaffte es 1989 erstmals eine Frau, in die Riege der vielbeschäftigten Ermittler aufzurücken. Sie hat es schon auf 44 Einsätze gebracht.
Einige Schauspieler prägten den "Tatort" nachhaltig, wie Hansjörg Felmy, der 20 Mal -- von 1974 bis 1980 -- den zurückhaltenden Kommissar Haferkamp verkörperte, oder Götz George, der mit dem ruppigen, oft unbeherrschten Ruhrpott-Ermittler Schimanski eine ganz neue Kriminalistenfigur schuf.
Im Durchschnitt schalteten im vergangenen Jahr gut sieben Millionen Menschen die "Tatort"-Krimis ein. Das ist etwa jeder fünfte TV-Konsument, der am Sonntagabend vor dem Fernsehen sitzt. Vor dem Start des Privatfernsehens im Jahr 1984 lagen die Publikumsanteile teils über 50 Prozent. (sda)