Ende August wird die Flirtshow "SwissDate" abgesetzt. An Stelle der kultigen Sendung tritt nun mit "SwissDinner Das grosse Messerwetzen" eine Kochsendung. Eine, die es in dieser Form mehr oder weniger schon auf Dutzenden von anderen Fernsehkanälen gibt. Ziemlich exakt die gleiche Show produziert etwa der deutsche Sender Vox unter dem Namen "Das perfekte Dinner". Was sagt man beim Zürcher Sender TeleZüri zum Vorwurf der Ideen- und Mutlosigkeit? Christian Köppel, Leiter Magazine bei TeleZüri, gibt sich im Interview wortkarg, aber kochfreudig.
Herr Köppel, TeleZüri lanciert eine Kochsendung als Ersatz für "SwissDate". Wieso?
Wir haben aus diversen Möglichkeiten, Vorschlägen und Inputs jenes Projekt ausgesucht, das uns am Vielversprechendsten erscheint. Dazu haben wir eruiert, was am Spannendsten ist und am Besten zu unserem Sender passt.
Nach welchen Kriterien ist da entschieden worden?
Das waren verschiedene Sachen. Es sind extrem viele Leute auf uns zugekommen und haben Konzepte eingereicht. Irgendwelche unbeteiligte Leute, vom normalen Zuschauer bis hin zur TV-Produktionsfirma. Von überall kamen Vorschläge.
Was denn so zum Beispiel?
Das sage ich ihnen nicht.
Wieso? Plant TeleZüri weitere Eigenproduktionen?
Nein, aber vielleicht wollen die Leute die Vorschläge noch andernorts einreichen.
Gibt es nicht schon Millionen von Kochsendungen? Wo bleiben die Innovationen?
Uns hat das Konzept überzeugt. Kochen ist hipp, kochen ist im Trend, jeder kocht.
Ich koche nicht. Und wo ich auch hinzappe, ich lande bei einer Kochsendung. Wo ist der Gag?
Jeder kann sich mit dem Thema identifizieren. Uns gefällt auch, dass wie beim "SwissDate" der Zuschauer im Mittelpunkt steht. Das ist uns wichtig. Das Motto von TeleZüri heisst "Nahsehen". Der Zuschauer soll miteinbezogen werden und selber aktiv teilnehmen können. Ausserdem ermöglicht uns dieses Format zu den Leuten nach Hause zu gehen und zu schauen, wie sie leben. Das kommt an.
Sie sagten, das Thema liege im Trend. Vielleicht sogar schon zu sehr. Kommt es nicht irgendwann zu einer Übersättigung?
Das kann ich nicht beurteilen.
Die Vorgabe von Tamedia lautete also: Möglichst keine Experimente?
Was hat das mit Tamedia zu tun? Wir müssen das Geld, das wir ausgeben, selber verdienen. Wenn wir ein rentables Geschäft führen, ist der Inhalt uns überlassen.
Gut. Also keine Experimente. Haben Sie schon Sponsoren gefunden?
Das haben wir natürlich abgeklärt. Momentan kann ich so viel sagen: Wir haben berechtigte Hoffnungen, eine lukrative Sendung zu produzieren. Sonst würden wir sie nicht lancieren. Das wäre blauäugig.
Die Sendung heisst im Untertitel "Das grosse Messerwetzen". Ein ziemlich martialischer Titel. Sind die Deutschweizerinnen und Deutschschweizer überhaupt kompetitiv genug?
Wieso nicht? Wir glauben an die Schweizerinnen und Schweizer.
In der Sendung geht es um einen Kochwettbewerb. Was bekomme ich als Zuschauer genau zu sehen?
Einen Wettkampf. Vier sich bekochende Kandidaten treten gegeneinander an. Eine Runde dauert vier Wochen. Jeden Samstag wird während circa 24 Minuten gezeigt, wie einer der Kandidaten die restlichen bei sich zuhause bewirtet. Es gibt keinen Moderator. Aber zusätzlich wird ein Profikoch mit am Tisch sitzen und den Hobbyköchen über die Schulter gucken.
Ist dieser Profikoch schon bestimmt?
Nein.
Sind auch Kochrunden mit Prominenten geplant?
Das Format eröffnet uns viele Möglichkeiten: Kantonswettkämpfe, Städtewettkämpfe, Land-Stadt-Wettkämpfe, ein Dinner mit Prominenten alles lässt sich integrieren. Aber in erster Linie soll der Zuschauer im Zentrum stehen.
Wichtig bei so einem Format ist die richtige Auswahl der Kandidaten. Wie wird das vor sich gehen?
Kann ich ihnen nicht verraten, sorry.
(Interview: Adrian Schräder)