Will Karten auf den Tisch legen

"Weltwoche" - Schafft Transparenz, wenn andere mitziehen.

Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass einige Parteipräsidenten die "Weltwoche" dazu aufrufen, ihre Besitzerschaft offen zu legen, greift das Blatt dieses Thema auf. In der aktuellen Ausgabe schreibt Roger Köppel im Editorial: "Wir sind gerne bereit, die Karten auf den Tisch zu legen. Aber selbstverständlich nur wenn die "Lex Weltwoche" für alle Zeitungen- und Medienunternehmen gilt. (...) Wir sind überzeugt, dass da sehr aufschlussreiche Informationen ans Licht kommen."

Währenddessen spricht sich auch Kurt W. Zimmermann für Transparenz aus. In seiner Medienkolumne führt er aus, wie er die Besitzverhältnisse der "Weltwoche" einschätzt: Als Roger Köppel 2006 die Weltwoche kaufte, habe Köppel gegenüber Tito Tettamanti eine fünfjährige Sperrfrist eingehen müssen. Als Gegenleistung habe Tettamanti die Bankkredite abgesichert. Zimmermann rechnet vor, dass Köppel seit 2007 jährlich zwischen ein und zwei Millionen Franken verdiene, so dass er die Kredite zu einem grossen Teil habe zurückzahlen können. "Das Blatt gehört heute seinem Herausgeber. Wenn er es jetzt verkaufen würde, läge sein Profit bei etwa 15 Millionen."

Weiter schreibt Zimmermann, dass er ein Gesetz unterstützen würde, wonach Medienhäuser alle ihre Aktionäre benennen müssen, die mehr als zehn Prozent ihres Kapitals halten. Er fügt an: "Wünschenswert wäre auch Transparenz über Kredite, Aktienrechte und Bürgschaften. Aber das werden die Branchengrössen wie Tamedia, Ringier und NZZ nicht zulassen". (eh)