"Wir erhofften uns mehr Rückenwind"

Dani Büchi - Energy Zürich-Geschäftsführer im Interview.

Fünf Radiostationen kämpfen um das Sendegebiet Zürich-Glarus -- nur für drei hat es Platz. Die drei seit Jahrzehnten etablierten Verlegerradios werden vor allem herausgefordert von Radio 1, dem neuen Radioprojekt von Roger Schawinski. Am Dienstag sprach "persoenlich.com" mit den Verantwortlichen von Radio 1, Radio 24 und Radio Zürisee. Nun folgt das Interview mit Dani Büchi, dem Geschäftsleiter von Energy Zürich.

Herr Büchi, die Vernehmlassung zu den UKW-Radio-Konzessionsgesuchen ist abgeschlossen. Wo steht Ihr Sender heute im Rennen um die begehrten Konzessionen?

Herr Büchi, die Vernehmlassung zu den UKW-Radio-Konzessionsgesuchen ist abgeschlossen. Wo steht Ihr Sender heute im Rennen um die begehrten Konzessionen?

Als wie gross erachten Sie heute Ihre Chancen, dass der Bundesrat Ihrem Sender die Konzession erteilt?

Ich bin felsenfest überzeugt, dass Energy Zürich eines der qualitativ besten Konzessionsgesuche für die Region 23 eingereicht hat und das ist schlussendlich entscheidend für die Konzessionierung. Zudem richten wir uns klar an eine junge und urbane Zielgruppe. Deshalb sind wir sicher, dass Energy Zürich zu den drei Sendern gehört, die vom Bakom eine Konzession erhalten werden. Für das Bakom zählen weder Versprechen, noch Lobbying, sondern schlicht und einfach, wer das beste Radio machen wird, und da sind wir ganz vorne mit dabei.

Welchen Stellenwert messen Sie den Stellungnahmen der staatlichen Instanzen im Rennen um die Konzession ein?

Vor allem die Stellungnahme des Zürcher Regierungsrates ist sehr enttäuschend für uns. Wenn die Nummer 1 und Nummer 2 der Schweizer Privatradios, die sich wohlgemerkt programmlich an unterschiedliche Zielgruppen richten, von der heimischen Regierung keine Unterstützung erhalten, ist dies nicht nachvollziehbar. Wir halten die Empfehlung des Regierungsrates deshalb für falsch. Dass ein Regierungsrat mit Radio 1 lieber ein Phantom unterstützt, als die Arbeit der bestehenden Sendern zu würdigen, ist zudem ein Affront für uns, unsere Arbeit und unser Team. Hinzu kommt, dass die Stellungnahme des Regierungsrates nicht einmal in sich nachvollziehbar ist. Wenn man das angeführte Argument der Meinungs- und Angebotsvielfalt logisch zu Ende denkt, ist Energy Zürich als einziges Radio mit einer jungen Zielgruppe, der Sender, der neben Radio Zürisee und Radio 1 konzessioniert werden müsste. Da fehlte dem Regierungsrat anscheinend der Mut, den Ansatz zu Ende zu formulieren. Da es sich bei der Stellungnahme um eine reine Sympathiebekundung handelt, ist der Stellenwert für die Konzessionierung zudem sehr gering.

Stadt und Kanton Zürich haben Radio 1 gegenüber den etablierten Sendern vorgezogen. Was haben Sie falsch gemacht?

Wir haben bis jetzt nichts falsch gemacht. Der Regierungsrat unterstützt uns zwar nicht, hält unser Konzessionsgesuch aber für gut. Das Gleiche gilt für die Stadt, welche sich ebenfalls dafür einsetzt, dass Energy Zürich eine Konzession erhält. Wir machen seit Jahren ein erfolgreiches Radio, sowohl auf dem Hörer- wie aber auch auf dem Werbemarkt. Mehr konnten wir nicht machen.

Haben Sie zuwenig entschlossen für Ihren Sender lobbyiert?

Nein, ich denke nicht. Es erhält nicht der derjenige Sender die Konzession, der das beste Lobbying betreibt, sondern derjenige mit dem besten Konzessionsgesuch. Radio 1 ist neu, spannend und hat mit Roger Schawinski einen hervorragenden Botschafter. Mich erstaunt nur, dass im Moment alle den Werbesalven von Roger Schawinski erliegen.

Welche der fünf Sender, die sich um das Sendegebiet Zürich-Glarus bewerben, werden schliesslich das Nachsehen haben?

Da fragen sie die falsche Person… Da das Bakom jedoch nur aufgrund der Konzessionsgesuche entscheiden wird, bekommt Energy Zürich eine Konzession, da bin ich mir sicher. Aber auch Radio 24 und Radio Zürisee werden eine Konzession erhalten, weil die Konzessionsgesuche qualitativ schlichtweg klar besser sind, als jenes von Radio 1. Die restliche Bewerber fallen noch mehr ab. Ich gehe aber davon aus, dass Roger Schawinski mit der Unterstützung, die er im Moment erhält, trotzdem die kleine Konzession bekommen wird.

Was tun Sie, wenn der Bundesrat Ihnen die Konzession nicht erteilen wird? Werden Sie den Entscheid anfechten?

Wir werden eine Konzession erhalten. Alles weitere kann ich im Moment nicht beantworten.

(Interview: David Vonplon)