"Wir gucken mal, was herauskommt"

Stefan Aust - "Schweizer" Spiegel-Split ein Pilotprojekt für andere Länder.

Laut Spiegel-Chefredaktor Stefan Aust hat sich der Spiegel Verlag noch nicht entschieden, ob der Spiegel künftig mit einem wöchentlichen Regionalsplit für die Schweiz herauskommen soll. "Wir gucken jetzt einfach mal, was letztlich dabei herauskommt", sagt er im Interview mit der Wirtschaftszeitung Cash. Er schätzt, dass der Verlag für einen wöchentlichen Regionalteil eine Redaktion mit mindestens 20 Journalisten auf die Beine stellen müsste.

Ob künftig ein wöchtenlicher "Spiegel/Schweiz" erscheinen werde, sei zunächst eine Frage der Gesellschafter des Spiegels. Aust selber ist vorsichtig: "Wenn zwei so erfahrene Schweizer Verlage es nicht schaffen, ihre Wochentitel zu halten, warum sollten wir es von aussen schaffen?" Cash und Facts würden ihr Erscheinen deswegen einstellen, weil der Markt insgesamt zu klein für sie gewesen sei -- und nicht weil sie schlecht gemacht gewesen seien.

Der 61-Jährige beteuert, dass es ein "reiner Zufall" ist, dass die erste Spiegel-Extra-Ausgabe für die Schweiz mit der Einstellung von Facts und Cash zusammenfällt. "Sieht aus, als stünde ein Masterplan dahinter. Es ist aber leider keiner". Das grosse Interesse an den Aktivitäten des Spiegels in der Schweiz hat Aust überrascht: "Damit haben wir wirklich nicht gerechnet."

Möglich sei, dass der Spiegel das Extraheft in "zeitlichen Abständen" bringe. Dass die Schweizer die Schweiz wirklich von einem deutschen Magazin erklärt haben wollen, glaubt Aust "eher nicht". Sein Verlag versteht den Split als ein Pilotprojekt, das sich vielleicht auf andere Länder übertragen lässt, etwa im englischsprachigen Raum.