Herr Duphorn, wird Viacom den Schweizer Ableger von Viva verkaufen?
Es mag sein, dass Leute mit Angeboten auf uns zugekommen sind, aber Viva ist ein Brand, den wir selber ausbauen werden -- sowohl international als auch in der Schweiz. Um das also klar zu stellen: Wir werden Viva Schweiz nicht verkaufen.
Hat Peter Weigelt vom Schweizer Sportfernsehen eine konkrete Übernahmeofferte eingereicht?
Die Idee ist bei ihm entstanden, ohne mit uns zu sprechen. Aus unserem Network hatte niemand Kontakt mit Herrn Weigelt.
Warum hat Viacom den Verkaufsgerüchten bis jetzt nie eine Absage erteilt?
Dies geschah aus dem Bild heraus, dass es in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen über Viva gab und wir diese Diskussionen nicht schüren wollen. Wir entschieden uns, in der Pressearbeit angebliche Verkaufsgespräche, die in Wahrheit nie konkret stattfanden, nicht zu kommentieren.
Das hat aber die Spekulationen nur noch mehr angeheizt.
Im Nachhinein muss man zugeben, dass unser Schweigen ein Fehler war. Wir hätten die Geschichte gleich zu Beginn dementieren sollen.
Wie konnten denn die Verkaufsgerüchte überhaupt entstehen?
Die Spekulationen sind wohl aufgekommen, weil wir uns ständig um Kooperationen bemühen und auch Chancen suchen, uns zu entwickeln. Wir waren auch sehr mit dem Wechsel in der Geschäftsführung in Deutschland beschäftigt. Vielleicht haben wir dadurch das Ohr in Richtung Schweiz etwas verloren und die Gerüchte in der Stärke nicht richtig eingeschätzt.
Sie sprechen den überraschenden Rücktritt von Catherine Mühlemann an. Es gab Medienberichte, die davon sprachen, dass sie die harte Linie des US-Mutterkonzerns Viacom nicht länger mittragen und nicht noch eine renditesteigernde Restrukturierung durchziehen wollte.
Die Gründe von Catherine Mühlemann, das Unternehmen zu verlassen, waren rein persönlicher Natur. Von irgendwelchen Restrukturierungen, die uns da bevor stehen sollen, weiss ich nichts.
Hat der Abgang von Catherine Mühlemann auch den Verkaufsgeschichten um Viva Schweiz Nahrung gegeben?
Möglich ist das schon. Aber es braucht auch immer einen findigen Schreiber, der so etwas aufsetzt. Weil Catherine Mühlemann eine der grossen Medienpersönlichkeiten ist, kann ich mir gut vorstellen, dass da irgendjemand zuckt.
Wie weit wird Viva Schweiz von Deutschland aus gesteuert?
Giovanni Zamai ist Geschäftsführer und hat entsprechend alle Fäden in der Hand. Natürlich tragen wir von Berlin aus Ideen nach Zürich -- der umgekehrte Weg ist ebenso offen. Viva Schweiz ist zu 100 Prozent Schweiz.
(Interview: Stefan Wyss)
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