Herr Werfeli, was bezwecken Sie mit dem Umbau der Ringier Konzernleitung?
Ringier ist in den letzten Jahren in allen zwölf Ländern, in denen wir aktiv sind, gewachsen. In Mittel- und Osteuropa sind wir sogar sehr stark gewachsen. So verstehen wir uns heute als ein internationales Unternehmen, was wir nun auch entsprechend abbilden wollen. Die einzelnen Länder sind darum in der neuen Konzernleitung der Ringier AG stärker vertreten. So können wir besser voneinander profitieren und vereinfacht über die Grenzen hinweg zusammenarbeiten.
Was waren die Schwächen der alten Unternehmensstruktur?
Die bestehende Struktur hatte nicht in diesem Sinne Schwächen, doch sie war für das stark wachsende Unternehmen nicht mehr die beste aller Möglichen. Die zwölf Länder, in denen Ringier aktiv ist, waren in der Konzernleitung verglichen mit der Schweiz in der Konzernleitung stark untervertreten.
Das Auslandgeschäft wird neu in einzelne Länder aufgeteilt. Welche Märkte sind für Sie momentan am Interessantesten?
Da gibt es keine Präferenzen. Grundsätzlich gilt, alle Märkte, in denen wir tätig sind, sind für uns gleich wichtig und gleich interessant. Natürlich ist aber das Wachstumspotential nicht in allen Ländern gleich gross. Das Ziel ist in allen Märkten, in denen wir tätig sind, das gleiche: Wir wollen Marktführer sein.
Zum Personellen: warum zieht sich die bisherige Auslandchefin Silvia Lepiarczyk zurück?
Das war vor längerer Zeit so vereinbart worden. Silvia Lepiarczyk nimmt auf eigenen Wunsch eine berufliche Auszeit. Sie wird aber für Ringier aktiv bleiben und in den mittel- und osteuropäischen Ländern eine Stiftung zur Unterstützung von benachteiligten Menschen aufbauen. Silvia Lepiarczyk hat den Wunsch für diese Auszeit bereits vor drei Jahren geäussert und mit mir besprochen. Schon damals haben wir gemeinsam auch den Zeitpunkt vereinbart.
Warum wechselt der ehemalige Zeitschriftenchef Alexander Theobald nach Ungarn und Rumänien?
Er war der beste Mann für die Aufgabe in diesen beiden Ländern. Alexander Theobald macht damit einen grossen Schritt, übernimmt er doch gleich die Leitung für die Aktitivitäten in zwei stark wachsenden Märkten.
Warum ist Bernhard Weissberg nicht mehr in der Konzernleitung?
Bernhard Weissberg hat die Leitung des Bereichs Zeitungen bereits bei der Lancierung von heute an mich übergeben. Ich habe den Zeitungsbereich seit diesem Zeitpunkt interimistisch geführt. Infolge der Neuorganisation und der Schaffung des Verlags Ringier Schweiz übernimmt nun Patrick Vogt die Leitung des Zeitungsbereichs. Bernhard Weissberg bleibt weiterhin Chefredaktor von heute und Publizistischer Leiter des Zeitungsbereichs.
Was ändert sich für Sie persönlich durch diesen Umbau?
Ich freue mich, dass wir erstmals in jedem Land einen Verantwortlichen haben. Wir werden dank der neuen Organisation noch effizienter in den internationalen Märkten agieren können. Und dann freue ich mich auch auf die persönliche Begegnung mit den neuen Kollegen in der Konzernleitung. Für mich persönlich bedeutet es natürlich aber auch eine stark erhöhte Reisetätigkeit. Der direkte Austausch mit den Geschäftsführern vor Ort ist mir sehr wichtig.
Hat dies Konsequenzen für das Schweizer Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft?
Es hat verschiedene positive Konsequenzen. Aber nicht nur für das Schweizer Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft, sondern auch für alle anderen Schweizer Aktivitäten. Alle profitieren von der Neuorganisation, da das Schweizer Geschäft nun in einer eigenen Organisationseinheit, im neugeschaffenen Ringier Verlag Schweiz zusammengefasst sind. In diesem neuen Ringier Verlag Schweiz rücken die verschiedenen Bereiche noch näher zusammen. Dies vereinfacht die Abläufe im täglichen Geschäft, etwa auch bei der Planung und Umsetzung von bereichsübergreifenden crossmedialen Konzepten, da alle Beteiligten am gleichen Tisch sitzen und sich ausschliesslich dem Schweizer Geschäft widmen. Ausserdem wird der Ringier Verlag Schweiz vom gegenseitigen Austausch mit den anderen Ringier Ländern profitieren.