Wird das Werdareal bald zur Grossbaustelle?

Tamedia - Der Medienkonzern Tamedia plant einen Neubau auf dem Werdareal. Die Altbauten sollen abgerissen werden und einem neuen Medienhaus weichen, wo laut NZZamSonntag der Tages-Anzeiger, Radio 24, Tele Züri sowie die Finanz und Wirtschaft untergebracht würden. Einige der Redaktionen begegnen der neuen Immobilienstrategie der Tamedia mit Skespis: Bei der Finanz und Wirtschaft etwa wird ein Verlust der Eigenständigkeit befürchtet.

Franziska Hügli, Leiterin Unternehmenskommunikation der Tamedia, bestätigte gegenüber "persoenlich.com", dass Tamedia gegenwärtig zusammen mit den Verantwortlichen der einzelnen Titel überprüfe, inwieweit und in welchem Zeitraum eine Zentralisierung Sinn mache. Neben der Variante "Abriss und Neubau" soll auch die Modernisierung der Altbauten in Erwägung gezogen werden.

Ökonomisch betrachtet macht die Konzentration der Unternehmenseinheiten auf den Kernstandort Werdareal Sinn: Tamedia könnte erhebliche Einsparungen realisieren. Einige der betroffenen Redaktionen begegnen der neuen Immobilienstrategie des Mutterhauses jedoch bereits mit Skepsis: So befürchten Mitarbeiter der Finanz und Wirtschaft, dass die Konzentration einen Unabhängigkeitsverlust für das Finanzblatt mit sich bringe. Es sei ein offenes Geheimnis, dass man die Eigenständigkeit behalten möchte, sagt ein FuW-Journalist gegenüber "persoenlich.com".

Ebenso sollen laut NZZamSonntag die Bauabsichten beim Tages-Anzeiger mit starken Vorbehalten aufgenommen worden sein. Die Grossraumbüros im modernen Glashaus, wo unter anderen Facts, SonntagsZeitung und Anabelle arbeiten, seien nicht beliebt. Viele Angestellte des Tages-Anzeiger hofften deshalb, dass die Tamedia keinen zweiten Glasbau mit identischen Grossraumbüros errichten. TeleZüri-Chef Markus Gilli nahm dagegen auf eine Anfrage von "persoenlich.com" keine Stellung zu den Neubau-Plänen der Tamedia. Dazu sei es noch viel zu früh, so Gilli.