Wird definitiv zum Buchverlag

Amazon - Bietet Autoren lukrative Geschäftsmöglichkeiten.

Amazon wird diesen Herbst 122 Bücher verlegen und zwar sowohl in elektronischer als auch in physischer Form. Damit tritt der Internetgigant endgültig in direkte Konkurrenz mit Buchverlegern, wie die New York Times berichtet. Auch Agenten und Kritiker geraten unter Legitimationsdruck.

Bekannte Namen

Amazon beschränkt sich künftig nicht mehr auf unbekannte Autoren. Der Bücherhändler hat schon einige namhafte Schriftsteller für sein neues Programm rekrutieren können. Für die Memoiren der Schauspielerin Penny Marshall, deren Veröffentlichung vergangene Woche angekündigt wurde, hat Amazon angeblich 800'000 Dollar bezahlt. Einige Verlage beschweren sich, dass das Online-Versandhaus aggressiv um ihre Klienten wirbt.

Verhandelt mit Autoren persönlich

Zu wie vielen Büchern Amazon die Rechte hat, gibt der Internetverlag nicht bekannt, genauso wenig wie die Zahl der Mitarbeiter in der Verlagssparte. Die Weltuntergangsstimmung bei den Verlegern hält man bei Amazon für übertrieben. Gegenüber den traditionellen Verlagen hat der Internet-Händler jedoch einen enormen Kostenvorteil, da er keine Vorschüsse an Autoren zahlt. Dafür werden ihnen unkomplizierte Geschäftsmöglichkeiten angeboten. Über den genauen Inhalt der Verträge mit dem Buchhändler müssen die Autoren allerdings stillschweigen bewahren. Verhandeln will Amazon mit den Schriftstellern persönlich. Agenten sind somit keine mehr im Spiel. Alle Autoren erhalten vom Online-Händler Zugriff auf Nielsen-Verkaufsstatistiken, die bisher den Verlagen vorbehalten waren. (pte)